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Der Chaßidismus : eine kulturgeschichtliche Studie / von Verus
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2,1), welchen der Talmud aus der Wurzel 22 erklärt, welche (aram.), wollen" bedeutet (daher der Name des Hirsches ' 22 , entsprechend der Wurzel von )*>22Wille", wörtlich: die laufende Bewegung des Ich zu dem gewollten Gegen stände; daher H'22die freie Wahl"), sodaß er aus der Benennung 2X22 den Satz konftruirt: 1X225 25222^1 2NP22 722-'X22 'L'PQ 22Alle Geschöpfe sind nach ihrer eigenen Wahl beschaffen worden". Diese im Lapidarstyl gehaltene These, mit vielen anderen, in ihrer Kürze und Gedrängtheit höchst bedeutungsvoll, als Bruchstücke der aus der Prophetentradition überkommenen SchöpfuugSlehre unauffällig in die talmudische Agada verstreut, unter Blättern und Blumen ein gebettet, dem profanen Auge entzogen-, vereinigt die Kabbala zu einem deduetiven System der Entwickelungslehre, welche das erste Mal in vollendeter systematischer Form in den Enthüllungen des stla^icl Nescstarim an den Verfasser ^ des Schulchan Aruch, R. Josef Karo (1t931575), zu ?. Ncstre in die Oeffent- lichkeit tritt und in dem bemerkenswertsten Lehrsätze gipfelt, daß alle Gebote und Verbote der Thora, ebenso wie alle Prüfungen unserer Erzväter und der Ent­wickelungsgang der Geschichte Jsrael's sich in der Tendenz vereinigen, die atavistischen Einwirkungen aus der Vorschöpfung abzustoßen und zur Harmonie (H^2) zu bringen. Ihre höchste Vollendung gewinnt die Entwickelungstheorie durch R. Mose Chaim Luzzato, der die außerordentlich tiefen, aber fast unzu­gänglich gehaltenen Lehren des Ari in klarer, systematischer Darstellung zu einem merkwürdigen Systeme ausbaut.

Dieses System hat die geistige Ueberlegenheit der traditionellen, deduktiven und synthetischen Lehre über die praktische, mit Schaufel und Hacke zu Tage geförderte, induktive und analytische Forschung, mehr als ein Jahrhundert vor der Geburt der letzteren' bezeugt. Zugleich die glänzendste Bestätigung der Versicherung der letzten Propheten von der ewig unlösbaren und unzerstörbaren Immanenz des vom göttlichen Hauche belebten Geistes der Volksseele, welchen der Prophet Jeremia in der merkwürdigen Anrede apostrophirt:Denn unter allen Weisen der Völker

und unter all ihrer Herrschaft kommt Dir Keiner gleich." Wie er dann mit gött­lichem Seherblick den Sieg auf geistigein Gebiete, dem eigentlichen Machtbereiche des Menschen, in den Worten voraussagt (31, 36):So vergeblich wie das Auf- Hören dieser (Natur-) Gesetze erwartet wird, so vergeblich ist das Aufhören der Nachkommen Israels als eines Mir gehörigen Volkes zu erwarten. So wenig wie die Himmel von oben durchmessen und die Grundtiefen der Erde nach unten erforscht sein werden, so wenig werde Ich die Gesammtheit der Nachkommen Israels verschmähen."

Die tiefste Depression in der jüdischen Geschichte, zugleich der ärgste Tief­stand,den der menschliche Geist in jener einzig dastehenden, abschreckenden Periode des arischen Mittelalters zu verzeichnen hat, war zu Maimonides' Zeit erreicht, das Lmest Nestor (212p PVP), die Tiefe der Trübsal, war jedoch gleichzeitig zum Behost Mstnmst (21PN NN2), Thor der Hoffnung, geworden, durch die weise Fürsicht der Vorsehung, welche den Gefahren dieser Finsterniß durch die eigenthümliche immanente Leuchtkraft der bedeutendsten Männer des Golus be­gegnete, welche die unverwüstliche Fruchtbarkeit der Volksseele gerade für jene Zeit hervorbrachte.

Der arische Hang zur Täuschung, der in dein Rainen des Stammvaters der Rasse, bei den Griechen Japetos, des Japhet der Genesis, als charakteristisches Ärnenum trügerischen Schönheitssinnes in der Vereinigung von ND' und 2.22'