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Bd. 1 (1751)
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197 Erſter Theil, von der Mark insgemein. x. Kap. 99

duldet werden. Das Datum iſt . 21 Mai 1671. Dieſemnach ha­hen ſich erlaubter maſſen S0 Familien einge funden, und in der Marklhin und wieder

i elaſſen.,

6. ſie nun vorgeſchriebener maſſen Königl. und Churfüͤrſtl. ſchutzes ver­ſichert, und dabei zwar hefehliget worden, den Landes⸗ und Reichsſatzungen ſich gemäß zu bezeigen; indeſſen aber doch die freiheit ihre Religionsuͤbung in gebuͤhrenden ſchranken zu treiben, erlaubnuͤß bekommen: alſo iſt ih­nen auch nicht gewehret worden, einige alte theils aus dem Moſaiſchen geſetze, theils aus andern alten aufſaͤtzen herruͤhrende ges

wonheiten, wiewohl unter Koͤnigl. beſonde­

rer nachſicht und zulaſſung beizubehalten:

und beſtaͤtgung, und anfaͤnglich zwar den bisher in der Neumark geweſenen Rabbi Kain erwehlet und angenommen, welcher laut Churfůrſtl. verordnung bom a0 Fehr. 1672. aller in der ganzen Mark vergleiteten Juden Rabbi ſein ſollte, die unter ihnen ſchwebende ſtreitigkeiten zu entſcheiden, und ſo gar wieder die wiederſpenſtige mit dem bann, und nachmahls inſonderheit vermit­telſt Koͤnigl. beſondern erlaubniß vom 20 Sept. 1704. wieder die fremde unverglei­tete Juden mit dem ſchwehren bann zu ver­fahren. Weil aher doch ſolches das anſehen einer obrigkeitlichen gewalt gewinnen wol­len; indem der verbannete dadurch von aller geſellſchafft feines Volks ausgeſchloſſen, und das Land zu rauͤmen genoͤhtiget würde, ent­gegen der unter den Chriſten üblichen mei­nung, daß fie nicht anders, als Servi Ro­mani Imherii, des Roͤm. Reichs knechte zu achten wären; mithin oſtmahls auf eine groſſe parteilichkeit hei dieſem eigen nůͤtzigen Voll hinaus zu laufen geſchienen, daß, wem ſie nicht wohl wollten, ſolchen dergeſtalt aus dem Lande zu treiben gelegenheit fanden; wie ſich dann befunden, daß ſie nach erlangter erlaubniß das erſtemahl einen Juden ange­

griffen und zum thor hinaus gebracht, der

ſich ſchon bei den Herren Hofpredigern in der Chriſtlichen Religion unterweiſen laſſen: als iſt ſelbiges vermöge abermahliger Koͤnigl.

erlauterung vom 13 Jan. 1705. dahin ges

‚mäßiget worden, daß fie wieder diejenige, ſp

den ſchweren bann berdienet, damit nicht eher berfahren ſollten, als bis ſie es vorhero demjenigen von Dero Miniſtris, welchem der bortrag der Juden ſachen in Dery Geheimen

aht aufgetragen worden, angezeiget, und

I. Theil der Maͤrl. Hiſt.

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dieſer Sr. Koͤnigl. Majeſtaͤt allergnaͤdigſte (einwilligung eingeholet haͤtte. Welchem nach es auch in dem An. 1714. beſtetigten ſchuzbrief 5. 23. dabei gelaſſen worden, daß die zwiſchen der Judenſchafft vorfallende ſtreitigkeiten, gleich wie den Halberſtaͤtiſchen Juden nach gegehen worden, wann ſothane

ſtreitigkeiten ihre Juͤdiſche gehrauͤche betraͤ­

fen, von dem von ihnen erwehlten Rabbi und den Aelteſten abgethan; die uͤbertreter auch in gewiſſe geldſtrafen, oder nach befin­den mit vorwiſſen der Obrigkeit gar in den bann von ihnen gethan werden möchten: ie­doch alſ, daß bon den fallenden geldſtrafen, wie auch von dem einen thaler, welchen die in dem hann ſtehende bermöoͤgende Juden ie­den tag erlegen muͤſſen, zwei drittel dem

welchergeſtalt ſie dann ihre eigene Nabhinen Landesfüͤrſten, oder wie es in dem General­nach borhergegangener Koͤnigl. hewilligung egio ir den der Rentei kaſſe, ein drittel aber den armen

bei der Judenſchafft zu gut kommen, und

Frivilegio vom 29 Sept. 1730. 5. 23. heißt,

ausgezahlet werden, auch ein richtiger auf­ſatz in duplo hei den Kriegs⸗ und Homainen­Kammern eingeſandt werden ſollte, welche ſolche dem General⸗Fiſcal mitzutheilen haͤt­ten. Wohingegen aher die durch nachſehen nach und nach in gebrauch gekommene macht zu ſtrafen, die zu verſchiedenen unordnungen anlaß gegeben, und die alſo genannte Pœnæ conventionales laut einer unterm dato Berlin 1729.2. Fehr. ertheilten hrrordnung gaͤnzlich aufgehohen worden: wann ſelbige nicht von der Juden Commiſſion gut ge­heiſſen und gebilliget worden. Corp. Con­ſtit. II. Th. J. Abth. f. 690.

Weil auch in den eheſachen die Moſaiſche geſetze in etlichen ſtuͤkken von den Chriſtlichen geſetzen abgehen; und jene ſich an ſelbige lediglich zu halten vermeinet: ſo iſt ihnen ſolches zwar nicht allerdings geweigert, ie­doch hefohlen worden, ſich nichts deſtoweni­ger nach dem Jure Civili und Chriſtl. geſetzen zu richten. Se. Koͤnigl. Majeſtaͤt aber haben

ſich vorbehalten, daß ſie auf begebenen faͤllen ders diſpenſation ſuchen ſollten. Worüber

ein befonderes damahls Churfuͤrſtl. Edict

ergangen in folgenden worten: Demnach

Sr. Churfuͤrſtl, Durchl. zu Brandenburg

U. Gn. Herrn unterthaͤnigſt vorgetragen

worden, was geſtalt die allhier vergleitete

Juden zum oͤftern in gradibus in Jure Ci­vili& Provinciali prohibitis heirahten, und

gnugſam zu fein vermeinen, wann ihre ehen

in den Moſaiſchen geſetzen nicht verbohten ſein; und dann hergebrachten Rechtens iſt,

daß die Juden in matrimonialibus quoad

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