B89 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Marl Brandenburg. J Kap. 490
war an der nordſeite ein bogen nicht gar
*?
„helle, doch breiter als der vorhergehende „und höher; deſſen hoͤhe man zwar damals „nicht ſo genau bemerket, cht nnß nach ſchaͤßt, daß er ohngefehr 20 bis „zo grad hoch geweſen. Das mittel deſſelden ward angemerket, ohngefehr 20 oder „az grad von norden gegen weſten. Die „beide fuͤſſe des bogens ſahe man auf dem Geſichtskrais aufſtehen: den einen 45 grad „von norden gegen oſt, und alſo juſt in nord„oft, und den andern faſt gegen weſten, oder „vielleicht ein paar grad von weſten gegen „ſiden, daß er alſo ſich faſt auf 140 grad in der laͤnge erſtrekte. Unter dem bogen ſchien es neblicht und dick zu ſein; doch waren die ſterne dadurch zu ſehen. Strahlen und „Alaffern gab es auch noch, aber bei weiten fo ſtark nicht als vorher. Jedoch wenn man alle umſtaͤnde genau beſchreiben ſolte, „würde es zu lang fallen, daher wir folgends nur kuͤrzlich bemerken, daß das Phaeno
menon, oder dieſe Lufterſcheinung, um
halb ü uhr heller ward, als es um 12 uhr geweſen. E ſchoſſen wieder ziemliche ſtrah
len von norden langſam in die höoͤhe, auch
„von nordoſten. Gegen m uhr war alles „wieder in böller bewegung, und flakkerte „überall, Gegen norden war es nicht fo helle, als gegen ſuͤdweſt und nordoſt, da beſtaͤndig flakkernde ſtrahlen gegen einander in die „höhe ſchoſſen, und oͤfters, wann fie oben zuſammen kamen, einen breiten bogen bil„deten, der uns gerade über dem kopf hin„wegging, wie dergleichen vor mitternacht „auch bisweilen wahrgenommen worden. Ges rade aus weſten ſtieg ein breiter ſtrahl in die „hohe, der unten beſtaͤndig war, oben aber „ſtark hin und her flakkerte. Solches waͤhvrete bis halb 2 uhr. ät Es hielt auch ferner der Nordſchein die „ganze nacht durch an, wurde zuweilen Y3ſchwaͤcher, es blieb aber inſonderheit die Y„nordliche helligkeit beſtaͤndig, welche vornehmlich um 4 uhr gar hell leuchtete, nachmahls aber wieder ſchwaͤcher ward. Endvlich berichten glaubwuͤrdige Perſonen, daß „um 6 uhr des morgens der Nordſchein ſich vnoch ziemlich ſtark erzeiget, wohei fie viel vkoͤhtliche farbe in demſelben angemerkt. Sonſt will man auch bei dieſem Nordlicht einen ſtark riechenden nebel beobachtet haben, der fo gar eine ůblichkeit verurſachet. Ohne zweifel iſt dasjenige auch ein Nordlicht | de. welches An. 1737. 16 Dec. bei ſtark ewolktem Himmel zu ſehen war, und wegen der wolken entweder nicht ganz geſehen Ill. Theil der Mart. Ziſt.
doch dem gedaͤcht
chen materie.
werden, oder ſich nicht gehörig darſtellen können. Dann gegen abend mit dem untergang der Sonnen nahm der ganze Himmel rings herum am horizont eine roͤhtliche farbe an,
und nahm dergeſtalt zu, daß der ganze Him
mel feuerroht wurde: wobei noch dieſes
merkwuͤrdig, daß es im oſten und norden am
heftigſten geweſen, mithin von der untergehenden Sonne unmittelbahr nicht kann hergekommen ſein. Es iſt dieſes in der Altmark zu Salzwedel, in der Mittelmark zu Berlin, zu Reutwen, und in der Neumark zu Gralow, Landsberg. Inſp. vermuhtlich auch an mehr orten heobachtet worden. Von andern
wird auch angemerket, daß es ſo helle gewe
fen; daß man Dörfer meile weges habe ſehen koͤnnen, alles aber ausgeſehen, als wann es gebrannt haͤtte. Sonſt hat man dergleichen ſtarke roͤhte 728. auch A. 1738. 3 Jan. vom anbruch des tages bis 1 uhr ſonderlich in oſten wahrgenommen. ö
Oh aber die Nordſcheine eine veraͤnderung der Luft, und zwar weiße Nordſcheine kaͤlte, rohte aher groſſe winde mit ſich bringen, wie man an einigen orten in der Mark bemerket haben will, wuͤrde durch eine genaue aufmerkſamkeit in der erfahrung noch auszumachen ſein: nachdem doch ungewiß, ob nicht neben dem Nordſchein noch andere urſachen in der luft fein mögen, welche auch ohne Nordſchein dergleichen veraͤnderung hervorbringen koͤnnen. a f II. Jezt erzehltes ſubtiles Luftfeuer fuͤhret uns zu einer andern dieſer nicht ungleiDenn es hat ſich zu unterſchiedenen mahlen zugetragen, daß man auch Feurige Kugeln in der luft geſehen, die auch einen knall von ſich gegeben: wovon ich etliche Exempel in der bei der Frankfurtiſchen befindlichen Hiſtorie des Biſchofthums Lebuß kap. III. 5. IV. angefuͤhret, und kein bedenken trage, ſie hieher zunehmen und mit andern mehr zu verſtaͤrken. Und zwar hat {ich A. 1641. den 15 Sept. abends zwiſchen 3 und 6 uhr nach der Sonnen untergang in der Frankfurtiſchen gegend hoch in der Luft dergleichen etwas brennendes ſehen laſſen, ſo wie eine feurige Kugel herunter geſchoſſen, aber halb verloſchen, jedoch einen dikken dampf hinterlaſſen, der ſich wie eine ſchlange mit vielen kruͤmmen in eine ziemliche laͤnge erſtrekket: wovon auch der vor dem ſchon
gedachte Hr. M. Heinſius noch in demſelben
jahre eine ſonderliche Diſputation gehalten, de Globo Meteorico Ignito, qui 15. Sept. St. V. Anno 1641. in Agro Francofurtano ex ſublimi aere in terram cecidiſſe viſus
Ji eſt.