Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
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45 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. J Kap. 4

groͤſſe, zwiſchen den 27. und 28. Okt. alſo gerahten, daß ſie nur 25 minuten bon ein­ander gebliehen, und Mars zugleich in den gegenſtand mit dem Jupiter getreten. Welcher zuſammenſtand und verbindung dieſer Planeten an dem ort deſto merkwur­diger, weil A. 1680. der groſſe Komet an

eben dieſem ort mit dem Mars, 1682 aber

der Saturnus mit dem Jupiter in conjun­Kion mit einander geſtanden. Und hat die­fen merkwuͤrdigen vorfall des ehemaligen Koͤnigl. Aſtronomi Hrn. Gottfr. Kirchs Ehegenoßin, Fr. Margarita Winkelmannin, ein in dieſer wiſſenſchaft ſehr weit gekomme­nes Frauenzimmer, in einer herausgegebenen ſchrift im voraus beſchrieben, und daraus ei­nen Kometen prognoſticiret.

Der Stern aber, der A. 1540. 26 Nob.

von 3 uhr morgends bis 10 uhr, und die

zwei welche folgendes tages von 5bis uhr in dem Mond ſollen geſtanden haben, und beob­achtet worden fein, möchten den Herren Aſtro­nomis nach was zuſchaffen machen. Auch

ſollen A. 1575. die Sonne, der Jupiter,

Mars, Mercurius und der Mond im Krebs ihre coniunction gehalten haben wie Leutin­ger bei dieſem jahr anmerket, der es con­iunctionem horrendam nennet.

Auch fein die berſinſterungen der Mon­den, ſo den Jupiter hegleiten, oder deren ver­

bergung in den ſchatten des Planeten nach

ihrem anfang und ende, nach dem hon dem Kaiſerl. Nußiſchen Aſtronomo Mr. L'Isle in Petersburg berfertigten und von gedach­

tem Hrn. Kirch auf die hieſige mittagslinie

gebrachten 1730, und 1734 in Berlin ges drukten calculo in den jahren 1728. 1729.

1734. 35. 36. 37. 38. und 39. beobachtet

worden. Die Finſternuͤſſen dieſer Monden,

ſein zwar nicht ſelten; indem in einem jahre

dieſe 4 Monden 380. bis 381. mahl verfin­

ſter werden: iſt aher deswegen merkwürdig. weil man ſelbige horher weniger heohachtet,

und ietziger zeit ſie zu dem ende gehrauchet, um den unterſcheid der mittagslinien zu Ber­lin, Paris, Petersburg und andern or­ten zu unterſuchen und feſt zu ſetzen, davon in dem nur angefuͤhrten Calculo von 1734. am ende eine tabelle von 72 oͤrtern vorſtellig gemacht worden.

A 1731. 23 Ott. hat man an berſchiede­

nen orten einen weiſſen und hellen von oſten nach weſten gehenden wolligen bogen. des abends zwiſchen 8 und 9uhr beobachtet, der aber bald wieder verſchwunden. Dem in bielen ſtůlken derjenige ſtrahl oder bogen aͤhn­

lich welcher A. 1721 am 1 März heobachtet

worden, und ebenfalls aus dem morgen, aber einer ſtraſſen breit nach dem abend zugegan­

gen, einen ſchein faſt als der Mond von ſi

gegeben, die nacht durch ſich auf mancherlei weiſe veraͤndert und bis gegen anbrechenden tag geſtanden, da er ſich nach norden zuge, zogen, wie der Pred. in Jeſeritz Hr. Fabri. eius bemerket hat. Auch iſt A. 1735. 24 März abends um s uhr ein ſolcher weiſſer wiewohl nur dem geſicht nach eine elle hrei­ter ſtrahl an verſchiedenen orten geſehen worden, der aber bald verſchwand, hald ſich wieder ſezte und helle ward. Nun haben unſere liebe Vorfahren dieſe und dergleichen Luftbegebenheiten zwar an­geſehen als ſolche wunderzeichen, welche un­

ſerer Mark allerhand ungluͤkſelige zufaͤlle vor,

her andeuteten; ſein auch wohl in ihrem wahn beſtaͤrket worden, wann etwa zu gleicher zeit ein wiedriges ſchikſal über dieſe und henach­hahrte Lande gekommen. Allein die jetzige Welt, welche die wege der Natur etwas ge­nauer durchſuchet, hat dieſem aberglauͤbiſchen wahn, wo nicht ganz, doch zum groͤßten theil ſich entriſſen, und weiß, daß alle ſolche hege­benheiten ihre natürliche urſachen, in das ſchikſal der Menſchen und Einwohner aber ganz keinen einfluß haben: glauben dahero auch nicht, daß eine beſonders unguͤtige ſtel­lung des Himmels der Mark beſchieden i, und daß allemahl die Sonnen⸗ und Mondfin­ſternuͤſſen mit den wiedrigen aſpecten des tz undim A oder 69 die peſt, oder anſtel­kende krankeiten mit ſich bringen, wie Tru­tiger in feinem Buch: regimen contra pe­ſtem aus der erfahrung behaupten, und A: 1524 aus 20 coniunctionihus der Planeten in einem waͤſſerigen zeichen einige Aſtrologi eine ſuͤndfluht, Angelus aher dem Kreuj­heim zugefallen einen vorboten des aufruhrt der bauern, fo. 524. erfolget, machen will, welche erfahrung, bann ja einige mahl widrige zeiten auf dergleichen wiedrigeſtellung der ge­ſtirn gekommen, gleichwohl unzaͤhligmahl mehr beiſpiel weiß darzuſtellen, woraus d gegentheil erhellet. J ­XllI. Auch muß hier einiger Merkwür­N. von groſſen Winden, als welche ihrer natur nach empfindliche hewegungen der Luft ſein, gedacht werde. Und ha Diodorus Siculus ſchon von den nordlichen gegenden geſchrieben. Aeſtate ab oecidente ſeptemtrioneque perflant tanta vi impetu­ue venti, ut lapides, quantos manus pos it continere, a terra rapiant, ac veluti are nae lapillorum acervos haud parvos cumu­lent. Eſt ut aliquando ab hominikus 7

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