Teil eines Werkes 
[Neue Nr. 3544] (1876) Sect. Fahrland / geognost. und agronom. aufgenommen durch G. Berendt und E. Laufer
Entstehung
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Blatt Fahrland. 15

Es ist daher ein jegliches Brachliegen eines solchen Bodens, ja selbst ein frühzeitiges Umreissen desselben vor der neuen Be­stellung unter allen Umständen zu vermeiden.

Der Boden des jung-alluvialen Sandes oder Flusssandes unterscheidet sich von dem des Alt-Alluviums nur in Folge seiner tieferen Lage durch noch grössere Frische und durch höheren Humusgehalt seiner Ackerkrume, welchen er theils direct der Vegetation, theils auch periodischen Ueberstauungen verdankt.

Humus- und Kalkboden.

Beide Bodengattungen sind auf Blatt Fahrland häufig innig mit einander verbunden, so dass dieselben auch hier zusammen aufgeführt werden müssen. Sie gehören dann dem Moormergel mit der Bezeichnung ahk an. Dieser Boden tritt besonders bei Bornim auf. Reiner Humusboden, nur nesterweise mit dem Kalk­boden der Wiesenkalke gemischt, kommt ausser auf einigen zerstreut liegenden Wiesenparcellen am Fahrlander See vor. Hier ist aber die Humusdecke so gering, dass durch den verschieden hohen Grund­wasserstand der Jahre eine ganz wechselnde Heuernte erzielt wird. Und doch haben jene Wiesen für die an ihnen so: arme Gegend grosse Bedeutung. Haben doch die Bauern von Cladow ihre Wiesen am Fahrlander See. Besser in ihren Erträgen sind die ebenfalls Humusboden besitzenden Wiesen nördlich Crampnitz, doch ist hier

der Humusboden als Torfboden genauer zu bezeichnen.

Der reine Kalkboden ist immer für die Vegetation ungünstig, da er einestheils den Boden ungemein hart und dadurch für die Pflanzenwurzel undurchdringlich macht, und anderentheils in Folge seiner weissen Farbe, welche die Sonnenhitze reflectirt und somit

wirksamer macht, die Pflanzen um so leichter vertrocknen lässt.