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Bodenbeschaffenheit.
der Interessenten geologisch-agronomische Karten im Maassstabe 1 : 10000 durch ihre Geologen aufnehmen lässt, die in den Kreisen der Gutsbesitzer und Domänenpächter bereits viel Anklang gefunden haben.
Die geologisch-agronomische Karte im Maassstabe 1 : 25000 nebst der jeder Karte beigegebenen Erläuterung können nur die unentbehrliche allgemeine geologische Grundlage für die Beurtheilung und Verwerthung des Bodens schaffen. Die weitere Ausgestaltung dieser Grundlage und ihre practische Anwendung ist Sache des rationell wirthschaftenden Landwirths.
Thonboden, Mergelboden, Lehmboden und lehmiger Boden, Sand- und Grandboden, Humus und Kalkboden sind auf dem Blatt Rosenthal vertreten.
An Oberflächenausdehnung überwiegt bei weitem der Sandboden, in welchem die übrigen Bodenarten nur grössere oder kleinere Inseln bilden.
Der Thonboden.
Er gehört auf Blatt Rosenthal nur dem Oberen Diluvium an und entsteht aus den Thonen und Mergelsanden, welche in nur geringer Ausdehnung stellenweise auf dem Plateau vorkommen.
Der Thonboden gehört zu den ertragreichsten Bodensorten. Seine Nährstoffe sind in einer derartig feinen Vertheilung, dass sie ohne grosse Mühe von den Pflanzen aufgenommen werden. Seine Aufnahmefähigkeit für Stickstoff und seine wasserhaltende Kraft sind grösser als bei jedem anderen Boden. Endlich ist die geringe Mächtigkeit der Verwitterungsrinde und das dadurch bedingte Vorhandensein des kohlensauren Kalkes in geringer Tiefe von grosser landwirthschaftlicher Bedeutung. Diesen Vortheilen stehen aber auch einige Nachtheile gegenüber, die bei ungünstiger Witterung wohl im Stande sind, die günstigen Eigenschaften ganz aufzuheben. Es sind die grosse Zähigkeit und die vollkommene Undurchlässigkeit. Bei anhaltender Dürre berstet der Boden und bildet zahllose Spalten; dadurch werden die Wurzeln zerrissen. In diesem Zustande ist der Boden hart wie Stein und kann kaum zerkleinert werden. Bei