Bodenbeschaffenheit;.
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anhaltendem Regen wird der Thon zähe, gestattet nur eine Beackerung unter Anwendung der kräftigsten Zugthiere und hält in jeder Vertiefung das Wasser fest, dadurch die Entwickelung der Pflanzen hindernd. Bei günstiger Witterung dagegen giebt der Thonboden einen reichen Ertrag, zumal wenn er durch eine humose Rinde einen hervorragenden Humus- und damit Stickstoffgehalt besitzt.
Durch ergiebige Entwässerung oder Drainage, durch Auftrag sandiger und grandiger Massen und durch Kalkung zur Aufschliessung der Silicate kann man den eventuellen Nachtheilen des Thonbodens steuern und die Ertragfähigkeit noch heben.
Der Mergel-, Lehm- und lehmige Boden.
Diese Bodenarten finden sich nebeneinander auf den an der Farbe leicht erkennbaren Flächen des Oberen Geschiebemergels. Die Bodenprofile lauten z. B. hier:
L£^4 SL_3 L 8 M 20.
SL 6 , L_2, M 10’
M 10 M 5
Das Nebeneinandervorkommen und die vielfache Verknüpfung dieser drei landwirtschaftlich sehr verschiedenen Bodenarten, die es zur Unmöglichkeit machten, sie auf einer geologisch-agronomischen Karte im Maassstabe von 1:25000 gegen einander abzugrenzen, sind veranlasst in der Entstehung durch Verwitterung aus einem geologisch einheitlichen Gebilde: dem Geschiebemergel. Von Bedeutung hierbei ist auch die ausserordentliche Zerrissenheit der Grundmoränenlandschaft, welche eine ungleiche Verwitterung und ungleiche Zusammen- schwemmung der Verwitterungsproducte bedingt.
Der Verwitterungsprocess, durch welchen der Geschiebemergel seine heutige Ackerkrume erhielt, ist dreifacher Art, und er ist durch drei übereinander liegende, chemisch und zum Theil auch physikalisch verschiedene Gebilde gekennzeichnet.
Der erste und am schnellsten vor sich gehende Verwitterungsprocess ist die Oxydation. Die Eisenoxydulsalze, die die dunkelgraue Farbe des Mergels bedingen, werden in Eisen-