Heft 
(1927) 36
Seite
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Darüber lesen wir in einem weiteren Aktenstück des Herrn Beyer ..Acta betreffen(!) den von den Gebr. Sasse zu Kohlhasenbrück vollzo­genen Erb- Contract, Forstamt Potsdam 1804":

,, Der ehemalige Hirte Jacob Sasse und dessen Ehefrau kauften von dem Schulzen Behrendt zu Caput( Caputh) unterm 30. 1. 1783 dessen bei Kohlhasenbrück in der Kgl. Heide belegenes, zum ehemaligen Theerofen gehöriges Gebäude....

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Unterschrieben Berlin, den 15. März 1804.

Kurmärkische Krieges u. Domainen- Kammer

und ausgefertigt ,, An das Amt Potsdam".

Der darin nachgesuchte Erbpachtkontrakt wurde unterm 29. 8. 04 ausgefertigt und den Söhnen des inzwischen verstorbenen Sasse ausge­händigt. ,, Ihr empfangt anbei den dreifach ausgefertigten Erbpacht- Con­tract für die Gebr. Sasse zu Kohlhasenbrück über die von ihrem verstor­benen Vater.... i. J. 1783 in Erbpacht erstandenen, bei Kohlhasenbrück belegenen und von dem ehemaligen Besitzer des Theerofens daselbst in Zeitpacht benutzten Grundstücke...

Die zugehörigen Ländereien umfaßten 12 Morgen, 23 Quadratruten. Einen dem Kontrakt beigefügten amtlichen Liegeplan lassen wir im Bilde Tafel 2, 1 folgen; er trägt die Aufschrift: ,, Plan von denen Grundstücken der Tehrschwelerei ohnweit Kohlhasenbrück, Amts Potsdam, vermessen im Julio 1782 durch Lehmann, copirt im Jahre 1803 von Wöhner."

Dieser Plan ist für unsere Kenntnis der etwa 2 km von Kohlhasen­brück belegenen Teerofenanlage von Wert, weil er als der älteste uns bekannte gelten darf. Auf ihm ist die Lage des Ofens genau verzeichnet; es ist die Stelle, wo heute das Restaurant..Zu den vier Eichen" sich be­findet. Denn hier ist der Besitzer beim Graben im Dezember 1924 auf erhebliche Mengen fossil gewordenen Pechs gestoßen.

Kehren wir nach dieser Abschweifung zu unserm Schankgut Kohl­hasenbrück zurück und zu dem auf ihm lastenden Zapfenzinse, um dessen Ablösung und Löschung im Kataster sich ein jahrzehntelanger Federkrieg entsponnen hat.

Unterm 30. 12. 1817 beantragt der Torfinspektor Simon die Ablö­sung des Zinses von seinem Grundstück, auf dem die Schankgerechtigkeit als ein ,, jus radicatum" ruhte. Das Grundstück gehörte damals zur Kon­es. Neben kursmasse des Berliner Bankiers Itzig. Simon übernahm seiner amtlichen Stellung als Torfinspektor( im Bäketal findet sich u. a, damals auch eine Klein Machnower Torfstichgräberei) begegnen wir in den Akten später auch dem Titel Gutsbesitzer, Amtmann und Ortsvor­steher.

Simon war, das muß man ihm lassen, eine Kampfnatur. In immer wiederholten Gesuchen trägt er der Regierung seine Gründe vor: Einen Ausschank betreibe er nicht. ,, Ein Schankkrug kann hierselbst nicht mehr existieren, denn die Passage, die sonst über Kohlhasenbrück nach Berlin ging, hat gänzlich aufgehört, seitdem die Chaussee von Potsdam nach Berlin angelegt ist; der neu angelegte Krug des Gastwirths Stim­