Heft 
(1927) 36
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plätze, des Fahrplans des Berliner Dampfschiff- Fahrts- Vereins ausgestattet hat, ferner mit Angabe von Gesellschaftsspielen, geselligen Liedern bei Land- und Wasserpartien, Tafelliedern, über das Benehmen auf Bällen sowie für den Tanzmeister die Texte der Quadrille à la Cour" und des ,, Contre Danse".

Heute soll der Inhalt eines Wanderbuches dem Wanderer als Füh­rer dienen, und da muß man leider sagen, daß hier vielfach auch die neue­sten Wanderbücher nicht immer den Wünschen des Wanderers entspre­chen. Der Wanderer will nicht, wie es in den Wanderbüchern geschieht, der großen Heerstraße folgen, er will vielmehr abseits von dieser die Natur kennen lernen.

Ich finde, und dies nicht nur in den neuesten Wanderbüchern, daß z. B. im Osten Berlins mit Friedrichsfelde die Beschreibung der Ortschaf­ten aufhört. Südlich bildet die Bahnstrecke nach Erkner und nördlich die Bahnstrecke nach Strausberg bezw. Wriezen die Grenze für das unbe­kannte Land, das zwischen diesen Grenzen liegt, und das im Osten von der sogenannten Rüdersdorfer- bezw. Woltersdorfer Wanderstrecke ab­geschlossen wird.

Ortschaften wie Schöneiche, Klein- Schönebeck, Dahlewitz kennt der Wanderbuchverfasser nicht, ebensowenig die Landschaft, in der diese Orte liegen. Gleiche oder ähnliche Beispiele könnte ich noch mehr anführen, doch der Raum verbietet dies.

Heute setzt man sich zu Hause hin und nimmt 2 oder 3 oder mehr Wanderbücher zur Hand, um aus jedem einzelnen sich dasjenige heraus­zusuchen, was man für die beabsichtigte Wanderung gebraucht, und da versagen oft alle Wanderbücher.

Ferner dürfte es ein Mangel sein, den Wanderer nicht nur, wie Herr Prof. Schneider es tut, mit den Namen einiger Pflanzen bekannt zu machen, sondern es müßte auch die Prähistorie, es müßten die Flurnamen und auch möglichst ihre Deutung u. a. m. berücksichtigt werden.

Man kann es ja dem Wanderer überlassen, wenn er Berliner ist, sich vor Antritt der Wanderung über die Fahrzeiten zu unterrichten. Es ist aber notwendig, die Entfernungen der einzelnen Orte voneinander anzugeben, und nicht nur auf Kartenblatt soundso zu verweisen.

Wer heute wandern will, der braucht neben dem Wander- Buch oder-Büchern, die Wanderkarte, den Kurven- oder Entfernungsmesser, den Kilometerzähler, den Schrittzähler und den Kompaß. Bessersituierte kaufen sich dazu dann noch die entsprechenden Behälter oder Taschen. Für Führer von Wandergesellschaften und für solche Wanderer, die sich Studienzwecken widmen wollen, sind diese Gegenstände unent­behrlich; wie viele Wanderer aber gibt es, die sich damit begnügen, daß ihnen Wegrichtung, Entfernung der Ortschaften voneinander und Be­schreibung der Landschaften, die sie durchwandern wollen, angegeben sind. Karl Poetters.

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