Heft 
(1928) 37
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stark zurückgegangen, indem an Stelle der kleinen Windmühlen die Groß­mühlen( Dampfbetrieb) getreten sind. So ist auch in meinem Heimatort die Windmühle verschwunden, mit ihr das Sprichwort: Tatatten, tatat­Vom Scheffel ein Viert, der // ten! Vom Scheffel drei Matten. Müller ist ein Dieb." Aehnlich verhält es sich mit der Natural­wirtschaft in anderen Bedarfsgegenständen. Zu meiner Zeit trugen die Landwirte zur Tagesarbeit gefärbte Leinenkleider aus eigenem Gespinst. Allenthalben sah man im Sommer die langen Leinwandge­webe auf den Bleichen liegen, und nur Sonn- und Festtags trug man Tuchkleider. Volkstrachten gab es überhaupt in meiner märkischen Heimat schon längst nicht mehr. wohl aber auch heute noch in der schon erwähnten Heimatgegend meines Vaters bei Jüterbog. Daß an Stelle des aus Rohstoffen des Landes gewonnenen Leuchtöles das meist ausländische Erdöl zur allgemeinen Benutzung gelangte, ist vom volks­wirtschaftlichen Standpunkte aus zu bedauern. Natürlich kann man gegen die weltwirtschaftlichen Auswirkungen weder etwas tun, noch mit aus­reichendem Grund einwenden, wohl aber mag es gestattet sein, bei die­sem Anlaß einen wehmütigen Blick auf die Zeit des Jahres 1850 zurück­zuwerfen, wo Deutschland noch seinen Bedarf an Kleidungsstoffen aller Art, namentlich auch an Wolle Wollmarkt und..Wollonkel" gab es in Berlin noch in den 60er Jahren und Flachs, im wesentlichen selbst er­zeugte und daneben so viel Getreide baute, daß es damit nicht un­erhebliche Ausfuhr treiben konnte und ein Ueberschußland war, während es gegenwärtig größtenteils von der Weltwirtschaft abhängig ist, in der seine eigene Landwirtschaft stark ins Hintertreffen gelangte, weil das überseeische Ausland vermöge seiner günstigeren klimatischen und wirt­schaftlichen Verhältnisse der einheimischen Erzeugung von landwirt­schaftlichen Gütern in vielfacher Hinsicht überlegen ist, so daß die letz­tere sich nur mit äußerster Anspannung aller Kräfte sittlicher, tech­nischer, wirtschaftswissenschaftlicher und kaufmännischer Art einiger­maßen behaupten kann.

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Auf den Ausgangspunkt gegenwärtiger Betrachtungen zurück­kommend, muß ich die Bedeutung des märkischen Lehrerhauses, dessen Verhältnisse ja auch in anderen Bezirken Deutschlands ähnliche waren, für den Kulturzustand meines Heimatdorfes noch kurz hervorheben. Die Persönlichkeit des richtigen Lehrers sowohl, wie dessen berufliche Tätig­keit übten eine sehr heilsame Wirkung auf die Lebensanschauung und Lebensführung der Schüler nicht allein, sondern der ganzen Einwohner­schaft aus, so daß die lange Dienstzeit eines solchen Lehrers, so auch diejenige meines Vaters, in der Gemeinde der letzteren sehr segensreich geworden ist. Was den Schulunterricht betraf, so ist es geradezu er­staunlich, was er unter den geschilderten Verhältnissen im ganzen Be­reich der Aufgaben der Volksschule geleistet und erreicht hat. Neben den Verstandeskräften förderte er namentlich auch die sittliche An­schauung der Schüler durch Religions- und Sittenlehren, wobei sein eige­