Heft 
(1928) 37
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nes Vorbild den Schülern dienlich war. Sein Ansehen und sein Andenken sind mit seinem vor fast 40 Jahren erfolgten Tode in meiner Heimat noch nicht erloschen, sondern werden von seinen früheren Schülern hoch in Ehren gehalten, wie sich das an seinem und meiner Mutter Grabe zu seinem 100. Geburtstage im Jahre 1921 durch zahlreiche Beteiligung der Gemeinde an der Gedenkfeier bekundet hat.

Daß in dem Dorfe kein Pastor wohnhaft war, kam natürlich seiner Stellung und seinem Einfluß in der Gemeinde zustatten. wie auch andererseits seinem Untergebenenverhältnis als Lehrer und Kir­chendiener zu dem Geistlichen( Probst) in Mittenwalde als Pfarrer und Schulinspektor, zumal man ihm in seiner gewissenhaften Amtsführung nichts anhaben konnte und ihm auch sein starkes Unabhängigkeitsgefühl, auf Grund seiner großen Verdienste, mehr oder weniger nachsah. Aller­dings war auch der Boden für eine fruchtbare Berufstätigkeit der Ge­meinde gut vorbereitet durch die altansässige, ehrbare und im ganzen sittenreine Bevölkerung, in der die Familie meiner Mutter eine hervor­ragende Stellung einnahm und noch heute behauptet in ihren nunmehr weitverzweigten Gliedern, die alle mehr oder weniger große Landwirt­schaften in dem Orte besitzen. Sehr bemerkenswert war die patriotische Gesinnung dieses ganzen Verwandtenkreises, wie auch der meisten an­deren Einwohner des großen Dorfes, die auch in gewissen Veranstaltun­gen der Schule zum Ausdruck gelangte. Letztere waren wohl auch be­hördlich vorgeschrieben. So mußte zur Feier des Königs- Geburtstages der Schulunterricht ausgesetzt werden und unter Führung des Lehrers marschierte die ältere Dorfjugend mit der schwarzweißen Gemeinde­fahne nach einem Platze, wo sie mit den benachbarten Schulen zu ge­meinsamen Kundgebungen und Spielen zusammentraf. Die damals el üblichen einfachen Leibesübungen unterschieden sich zwar der Form nach erheblich von den heute gebräuchlichen, aber sie hatten doch das Gemeinsame des Wettkampfes und des Preisringens. Auch die örtlichen Gegensätze, an denen es selbstverständlich nicht fehlte, kamen bei der Gelegenheit zum Vorschein, oder sogar gewissermaßen zum Austrag. Außerhalb der Schulordnung geschah letzteres in ganz bewuß­ter und beflissener Weise zwischen den Jungmannen des Städtchens Mittenwalde und der umliegenden Dörfer an einem bestimmten Früh­lingssonntag auf dem Weinberge, einer ziemlich ansehnlichen Er­höhung im Nordwesten von Mittenwalde, wo um diese Zeit sogenanntes Federgras blühte, das den äußeren Anlaß zu dem Stelldichein bot, auf welchem die Städter mit den Dorfjungen manchen Kampf aufzu­fechten hatten. Es waren wohl für die gesamte märkische Jugend, jedenfalls aber für mich als Soldatenschwärmer, herrliche Tage und Zeiten in den fünfziger und sechziger Jahren, wo man viel Heeres­glanz sowohl bei Besuchen der Landeshauptstadt oder anderer Garnison­städte, wie Potsdam, als auch bei den Herbstübungen des Gardekorps im Teltow zu sehen bekam. Unser Dorf wimmelte manchmal von darin einquartierten oder durchmarschierenden Truppen, denen wir Jungen in