Heft 
(1928) 37
Seite
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Wiegen und Einfüllen der Asche und zum Verschluß der Aschenkapsel, im oberen die hydraulisch betriebene Versenkungseinrichtung, den eiser­nen Wagen zur Einführung des Sarges in den Ofen, den Eingang des Ein­äscherungsraumes mit der Schauöffnung, die Stelle zum Einschütten des Brennstoffs( westfälischen Gaskokses) in den Ofen, Räume für die Aufbe­wahrung der Särge und Untersuchungszimmer. Die Stirnseite der Oefen weist die Inschrift auf: Heilige Flamme, schwebend breite deinen Pur­purmantel aus; führe in des Weltalls Weite alles Irdische hinaus."

Eine Treppe stellt die Verbindung mit dem Obergeschoß her, dessen Mitte von der Versammlungshalle eingenommen wird. Sie ist ein Zentral­bau mit einer Kuppel, deren Innenseite unten abgeschlossen wird durch einen Fries mit den Goetheschen Worten: Nach ewigen, ehernen, großen Gesetzen müssen wir alle unseres Daseins Kreise vollenden." Konfessionelle Symbole fehlen, weil das Krematorium allen Bekenntnissen zur Verfügung steht. Die östlichen und westlichen Anbauten enthalten je eine Urnenhalle zur Beisetzung von Aschenkapseln in Schließfächern und von Urnen in Nischen, Zimmer für Prediger, Redner, Körperschaften und Leidtragende, Verwaltungsräume und die Stelle für die Ausgabe der Aschenkapseln.

Da die geschichtliche Seite bei dieser Führung etwas zurück­trat, sei hier nachgetragen, daß das Krematorium von der alten Stadt­gemeinde Wilmersdorf auf dem Gelände des städtischen Friedhofs in den Jahren von 1919-1922 durch den Stadtbaurat Herrnring erbaut und am 8. Mai 1922 in Gegenwart des Bürgermeisters Augustin eingeweiht wurde. Es gehört Groß- Berlin und wird vom Bezirksamt Wilmersdorf verwaltet. Zur Einäscherung kommen hier Verstorbene aus dem Westen und Süden Berlins und der entsprechenden Vororte. Die Zahl der Ein­äscherungen betrug 1922: 1263, 1923( als das Krematorium Gericht­straße wegen baulicher Veränderungen zwei Monate geschlossen war): 3185, 1924: 3028, 1925: 3117, 1926: 3253, 1927: 3581. Von Mai 1922 bis zum 31. 12. 1927, also in etwas mehr als 5% Jahren, haben demnach 17 427 Einäscherungen stattgefunden, eine Tatsache, welche die Be­deutung des Wilmersdorfer Krematoriums einwandfrei erhellt.

Bei dem Fehlen besonderen Schrifttums über die Berliner Krema­torien seien Hinweise gestattet auf das reichhaltige Handbuch der Feuerbestattung", von Beutinger( Verlag Carl Scholtze, Leipzig, 1911), das auch eine Beschreibung der bis 1911 erbauten Einäscherungsanstalten enthält, und auf den unlängst erschienenen kurzen, aber inhaltsreichen Aufsatz von Direktor Pauly, ,, Berlin und die Feuerbestattung" in den ..Mitt. des Vereins f. d. Gesch. Berlins"( 1927, Heft 3. S. 124 ff.) mit er­gänzender Berichtigung( ebenda, Heft 4, S. 171).

F. Paulus.

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