Heft 
(1928) 37
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und wohl auch jetzt noch an geschützten, sonnigen Stellen und am Spa­Hier Weinbau, aber diese Weinstöcke wurden schon vor 50 Jahren be­sonders der Blätter wegen gehalten, denn in den großen kühlenden Blättern bettete man gern die runden, saftigen, rotbäckigen Pfirsiche oder persischen Aepfel, damit sie sich in den Tienen nicht gegenseitig drückten und sich auch den kauflustigen Berlinern von ihrer schönsten Seite prä­sentierten. In diesen Weinbergen standen Hütten oder Pressen. In ihnen wurde der Wein alsbald ausgepreßt. Diese Hütte, eine der letzten ihrer Art, ist nun auch dem gesteigerten Verkehr zum Opfer gefallen; denn aus den Wegen" werden Straßen" und aus den ,, Weinbergen" , Baustellen".

An jeder Hütte stand das Lieblingsgewächs des Weinmeisters, etwa ein Feigenbaum, ein Fliederstrauch, ein Lebensbaum oder eine Efeu­berankung. Die Hütte beschattete ein großer Nußbaum; sie stand unter einem guten Stern. Eines Tages fuhr ein Blitz mitten durch den Nußbaum, sprang auf das Schloß der Hüttentür über und zer­sprengte die Türrahmen, so daß die Splitter 10 m weit flogen; trotz des Stroh- und Rohrdaches zündete der Blitz nicht. Ein andermal ret­tete die Hütte die Familie vor dem sicheren Tode: Wir pflückten die Kirschen eines größeren Baumes am Abhange des Berges, als ein Ge­witter bei sonst heiterem Himmel schnell heraufzog. Alles flüchtete in die Hütte, Familie, Pflücker und Pflückerinnen. Kaum waren wir in ihrem Schutz, so fuhr ein Blitz krachend nieder. Es mußte in der Nähe einge­schlagen haben. Als wir nach dem Unwetter die Hütte verließen, fanden wir denselben großen Kirschbaum durch den Blitz in zwei Teile zerlegt. Erwähnt sei noch, daß die früheren Winzer wohl mit Vorliebe aus klei­hen Tonpfeifen rauchten. Im ganzen Grundstück fand man die Reste dieser Tonpfeifen, uns Kindern ein willkommenes Spielzeug.-

Vorüber und vorbei! Nun bist auch du gefallen, altes liebes Wahr­zeichen einer schönen Zeit! Wie oft saß die Familie traulich in deiner Hut! Du gabst uns erquickende Kühle, wenn in Mittagsglut die Kiesel­steine brannten, du botest uns Schutz und Obdach, wenn das Gewitter über den Bergen stand und nicht über die Havel wollte; du warst unser Schirm, wenn der Regen leise niederrieselte und der Knabe den Erzäh­lungen der Eltern aus fernen Tagen lauschte. Der Wind und die Autos fahren über den Ort, da du gestanden ,,, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr!"