Heft 
(1928) 37
Seite
159
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erkennen ist, daß er auch die ihm persönlich augenscheinlich weniger ein­leuchtenden Ansichten nicht wie das heute vielfach üblich ist mit Stillschweigen übergeht. Wenn er auf das ,, Problematische vieler An­sichten" hinweisen will, so ist das ganz berechtigt.

Ed. Nordens Buch Die germanische Urgeschichte in Tacitus Germania" wird reichlich herangezogen. Daß die nachgewiesenen völkerkundlichen Wandermotive den Wert der Germania beein­trächtigen könnten, ist vielfach befürchtet worden, aber mit Unrecht. Die Verdienste Heuslers und Neckels um die Heranziehung der Zeugnisse Islands für die Beurteilung germanischen Lebens und germanischer Art werden voll gewürdigt. Die Indogermanenfrage wird als ungelöst, wenn nicht als unlösbar betrachtet. Die Skepsis darf aber auch nicht zu weit getrieben werden, selbst wenn man sich auf das Wort eines bedeutenden Prähistorikers( Hub. Schmidt, S. 19) stützen kann. Der Ausbreitung, dem religiösen Leben der Germanen, der Nahrung, der Kleidung und Bewaff­nung sind ganze Kapitel gewidmet.

So wird das Buch all denen, die eines wenig umfangreichen Füh­rers ins germanische Altertum bedürfen, zweifellos von Nutzen sein. Ein besonderer Vorzug sind seine außerordentliche Vielseitigkeit und seine zahlreichen Quellenangaben aus allen Wissenschaften, die an der Erhel­lung germanischer Urzeit beteiligt sind. Dr. A. Kiekebusch.

Geologischer Lehrstoff.

( Nägler, Wahnschaffe.)

Im vorigen Jahre erschien bei Neumann in Neudamm ein mit vielen ausgezeichneten Bildern ausgestattetes Buch von Dr. Kurt Nägler­Karlshorst ,,, Die märkische Scholle, ihre Landschaftsformen und Bodenschätze". Das von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen herausgegebene Büchlein mit seinen 60 Seiten Text und 185 Ab­bildungen auf 155 Tafeln betont mit vollem Bewußtsein das Bild, will ein Bilderatlas mit Erläuterungen sein, und man wird Herrn Professor Schneider zustimmen, wenn er in seinem auf dem Umschlag abgedruckten Urteil sagt:, Wie die prächtigen Abbildungen bei jedem Wanderer Vor­freude und Erinnerung wecken werden, so kann sie auch der Lehrer als trefflichen Wegweiser benutzen, der ihm manches noch unbekannte Stück­chen der Heimat zeigt und in reichem Maße Beispiele bietet, in denen sich im Unterricht anknüpfen läßt." Aber ich hoffe, der Verfasser wird es gerade als ein Zeichen der Wertschätzung seines Buches erkennen, wenn ich diejenigen Bilder hervorhebe, die ich bei einer Neuauflage lieber durch andere ersetzt sehen würde oder für die ich doch eine andere Unterschrift oder Erläuterung vorschlagen würde.

Abbildung 2 stellt einen stehengebliebenen Erdkegel aus einem Os bei Ahrensfelde" dar. Was soll dieser verstürzte und halb wieder bewachsene Rand einer Kiesgrube zeigen? Wollte man ,, Einwirkung des Wassers und Windes in Verbindung mit der abtragenden Tätigkeit des Menschen" ( S. 10) veranschaulichen, dann war ein Bild vorzuziehen, an dem sich