Heft 
(1928) 37
Seite
171
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stein, jene Burg mit aus dem Felsen gehauenen Gemächern, die ja aus Jul. Wolffs ,, Raubgraf" bekannt geworden ist. Nach dem Besuch Blan­kenburgs fand die Fahrt ihren Abschluß in Quedlinburg mit der eingehen­den Besichtigung des Aebtissinnenschlosses und der Krypta, in der Hein­rich I. und seine Gemahlin Mathilde ihre Ruhestätte gefunden haben, und Burg, wo dem Heimatmuseum ein Besuch abgestattet wurde.

Die Herbstfahrt führte uns nach Schwerin, der herrlich gelegenen Residenz der Obotritenfürsten, des einzigen deutschen Fürstenhauses, das slawischer Herkunft war und als seinen Stammvater Niklot, den Zeit­genossen Heinrichs des Löwen, verehrte. Schwerin besitzt eine der ältesten und ehrwürdigsten Altertümersammlungen, die vor etwa 100 Jahren von Schröter und dann von Lisch geleitet wurde, deren Namen mit dem Dreiperiodensystem( Stein-, Bronze-, Eisenzeit) auf engste verknüpft sind. Seit mehr als 40 Jahren betreut der Nestor der deutschen Prähistoriker, Robert Beltz, die vorgeschichtliche Samm­lung und ließ es sich trotz seines hohen Alters nicht nehmen, in dreistün­diger Führung die zumeist von ihm selbst gehobenen Funde zu erläutern. Schau- und Studiensammlung konnten hier aus Mangel an Raum noch nicht geschieden werden. Die prächtigen Funde aus der Stein-, Bronze­und Eisenzeit wurden gründlich studiert; vor allem fand natürlich der Wagen von Pekkatel Beachtung, dessen Fundgeschichte ja ein schönes Gegenstück zu der des Königsgrabes von Seddin bildet.

Die alte Hansestadt Lübeck mit ihrem Holstentor und der Marien­kirche wird jeden Besucher, und käme er noch so häufig, in ihren Bann ziehen. Im Museum ist die vorgeschichtliche Sammlung erst vor kurzem von Tode geordnet worden. Jedes Stück kommt zur Geltung. Die Samm­lung ist mit Verständnis und Geschmack aufgestellt und wird jedem Be­sucher Freude bereiten. Schon am ersten Nachmittag zog es uns hinaus an die Stelle, wo vor der Gründung der Hansestadt( 1143) durch den Schauenburger Adolf von Holstein Alt- Lübeck" am Einfluß der Schwar­tau in die Trave stand, der alte slawische Burgwall mit der Kirche im Innern, die beide 1138 von den Rujanern zerstört wurden. Im Glutschein der untergehenden Sonne wurde der auch heute noch schwer zugäng­liche Burgwall von uns buchstäblich- ,, genommen". Durch seine Holz­konstruktionen stellt er die beste Parallele zum Pennigsberg dar.

Cuxhaven hat sein erst seit zwei Jahren bestehendes Heimat­museum im Hafenbahnhofsgebäude untergebracht. In Anknüpfung an neueste Siedlungsfunde entwickelte sich hier eine rege Aussprache über die Methode der Ausgrabung. Die Herren Waller und Lüpke machten uns mit den neuesten Arbeiten und Funden vertraut. Am nächsten Mor­gen schloß sich eine ungemein interessante Autofahrt durch die Marsch und über die Geest an. Hauptziel war der fast zweitausend Jahre alte, mit Holzbohlen ausgelegte Brunnen von Stickenbüttel.

Wie in Cuxhaven, so konnte man auch in Stade wieder seine Freude haben an der an beiden Plätzen geleisteten Arbeit. Die Moor­leiche von Oberaltendorf, die Frelsdorfer Schale und die vier Bronze­