Heft 
(1917) 25
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Rudolf Schmidt.

der Hirte. Dahinter sind 30 Stellen offen gelassen fürdas noch zu er­bauende Colonistendorff auf demFalkenberger Revier. Damit ist das 1776auf einer nach der Oderwallung urbar gewordene, früher nur in Morast und Sumpf bestandenen Fläche angelegte Broichsdorf gemeint.

Die alljährlichen Oderüberschwemmungen konnten von nun ab erträg­lich genannt werden, bis zum Jahre 1785 durch den schweren Dammbruch in kurzer Zeit ein erheblich Stück Menschenarbeit, das langer Jahre zum Aufbau benötigt hatte, fast restlos zerstört wurde. Seit 1785 wiederholten sich alljährlich die Uebcrschwemmungen, so daß die Dorfbewohner schwere Verluste erlitten. 1797 und 1798 war die Gefahr so unmittelbar geworden, daß sich die Gemeinde direkt an den König wandte mit der Bitte, hier Wandel zu schaffen. Die Kurmärkischc Kriegs- und Domänenkammer ließ sich nach vielem Hin- und Herschrcibcn endlich erweichen und teilte unterm 29. Dezember 1798 der Gemeinde mit, daßder Oder-Rcgulicrungskom- mission die Untersuchung der Ursachen dieser Uebcrschwemmungen auf- getragen worden sei und daßwenn sich die Kosten zur Abhclfung dieses Ucbels nicht zu hoch belaufen werden, selbige auf den nächsten Meliora­tionsplan gebracht werden sollen.

Entweder hat sidh die Kommission nicht empfehlend gegenüber der Kammer geäußert oder die Kosten waren zu hoch kurzum, die so dringend notwendigen Regulierungen kamen nicht zur Ausführung.

Im Jahre 1804, als die Ueberschwemmungsgefahrcn wieder einmal un­haltbar geworden waren, sagte die Regierung neuerdings eine Untersuchung zu. Im nächsten Jahre datiert Berlin, den 4. Februar 1805 kam dann aber folgender Bescheid:

Der Gemeine zu Falkenberg wird auf ihre beim Kgl. Kammer­gericht eingereichte und von da der Kgl. Kammer zugeschickte Vor­stellung zum Bescheid gegeben, daß wegen der Verwaltung der Oder unterhalb der itzigen Dämme zur Sicherung ihrer Feldmark vor der Hand nichts verfügt werden kann.

Die armen Falkenberger waren in der trostlosesten Lage, wie der nach­stehende, direkt an des Königs Majestät gerichtete Hilfsschrei nur allzu- dcutlich erkennen läßt:

Das Dorf Falkenberg hat durch die vorjährige Ueberschwemmung alles verloren und die ganze Feldmark steht noch jetzt unter w asser. Wir haben weder Saat noch Brot und nehmen daher unsere Zuflucht zu Ew. Kgl. Majestät und bitten untertänigst, aas den: Magazin uns einen Vorschuß von Saat- und Brotkorn aller­gnädigst zu bewilligen.

Falkenberg, den 13. May 1805.

Die Gemeinde zu Falkenberg bey Freyenwalde Reez. Lüben. Strichhann. Künkcl.