Heft 
(1917) 25
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Falkenberg in der Mark.

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Da zogen die Kriegsjahre herauf und mit ihnen schwand die Aussicht auf Hilfe. Eine vom König Friedrich Wilhelm III. eigenhändig unter­schriebene Resolution ließ der Gemeinde darüber keinen Zweifel. Auch sie sei hier mitgeteilt:

Se. Kgl. Majestät von Preußen p. erteilen der Gemeinde zu Falkenberg auf ihre Eingabe vom 15. d. Mts. hierdurch zum Be­scheide, daß was die von ihr erbetenen Vorkehrungen gegen die jäht- liche Uebcrschwemmung ihrer Ländereien betrifft, sie sich bis dahin gedulden muß, als die Umstände es erlauben werden, Meliorations- geldcr und sodann auch die Kosten zu jenen Vorkehrungen zu be­willigen, daß übrigens aber ihrem Anträge, um Unterstützung mit Brotgetreide, da solches bei den jetzigen Umständen unzulässig ist, nicht nachgegeben werden kann.

Berlin, den 20. Januar 1806.

Friedrich Wdhelin.

Der abweisende Bescheid, der in jenen Unglücksjahren des Staates auch wohl kaum anders gegeben werden konnte, brachte die Falkenberger zu heller Verzweiflung, die noch erhöht wurde durch die Nachricht, daß die Gemeindcmitglicder wegen rückständiger öffentlicher Abgaben exekutiert werden sollten. Es muß damals sehr schlimm in Falkenberg ausgesehen haben.Kaum haben wir noch so viel übrig, daß wir nur sehr kümmerlich den Lebensunterhalt uns verschaffen können, und würden wir umkommen müssen, wenn nicht menschenfreundliche Herzen zur Anschaffung von Brot und Kleidungsstücken uns Geldvorschüsse, obgleich gegen Zinsen, bisher ge­macht hätten. Unsere anhaltende Not so fährt eine Eingabe der Gemeinde an den König fort - und immer mehr zunehmende große Armut verhindert aber bei der Fortdauer unserer Wassersnot, daß wir auch nicht einmal auf Borg mehr Geld erhalten können und wir sehen unseren gänzlichen Ruin vor Augen, wenn wir nicht baldige Hilfe erhalten. . . . Die Exekution wird uns nur neue Kosten bringen, wird aber nichts bewirken, denn nehmen kann man uns nichts als unsere Betten und alte Kleider, weil wir sonst nichts haben!

Monate gingen ins Land und die Not wurde immer größer. Hunger und Sorge lugte aus den Fenstern und das Dorf schien wie ausgestorben. Es war eine Zeit unbeschreiblicher Not. Erschütternd lesen sich die Eingaben der unglücklichen Gemeindemitglieder, die samt und sonders an den Bettel­stab gelangt waren. Von der Regierung war nichts zu erwarten, denn die Kriegsfurie schwang ihre Geißel durch das Land. Die Kurmärkische Kam­mer wollte helfen, aber sie konnte nicht, denn ihre Mittel waren von der Kriegskasse absorbiert werden. Einen letzten Versuch galt es noch zu wagen; man wandte sich an die Gutsherrschaft in Coethen. Dem Landrat von Reichenbach wurde regierungsseitig diese Vermittelung aufgegeben nach