Heft 
(1917) 25
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Rudolf Schmidt.

Fiicdrich Wilhelm III. zehn Friedrdor gegeben hatte, reichlich unterstützt wurden, war ein kleinerer vorausgegangen; und ein Jahr später brannten noch vier Familien ab: ob verwahrloset oder durch Bosheit angelegt, ist nicht her­ausgebracht worden. Drei Jahre lang ging die Gemeinde nach Coethen in die Kirche; 1820 ward diese neue ungefähr 3600 Tlr. veranschlagte wieder aufgebaut. Das Richten war heute vollendet und wurde in den Turmknopf das kupferne Kästchen mit diesem Gedächtnis-Zettel eingelegt. Zeitiger Kirchenpatron: Herr Carl Friedrich von Jena, Major und Ritter des eisernen Kreuzes, dessen Gemahlin geborene Baronin Sophie Margarete Eleonore von Puttlitz. Zeitiger Prediger: Wilhelm Neumann in Coethen und Kantor Gottlieb Wilberg.

Die Gemeinde von Falkenberg bestand zur Zeit des Baues aus 25 Fischerstellen, wovon der Graf von der Schulenburg in Trampe kurz vor dem Brande sechse an sich gekauft hatte, 1 Kossäthen, 1 Krüger, 6 Frei- leuten, 6 Büdnern und mehreren Hausleuten, und aus dem Eigentümer der alten Mühle, sodann aus dem Papierfabrikant Meichsner auf der vom Grund­herrn erbauten Papiermühle. Die Gemeinde aus Broichsdorf bestand aus 33 Kolonisten, mehreren Hausleuten, und dem Müller auf der vom Grund­herrn erbauten Mühle. Jede Gemeinde hatte eine eigene Schule. Das Wasser machte oft große Not, jedoch wurde durch die Vcrwallung, nament­lich hintei der Reiherbuschbrücke schon viel geholfen. In diesem Jahre ward der neue Kirchhof, wozu der Grundherr den Flecken angewiesen hatte, mit der Beerdigung einer frommen Frau durch die ganze Gemeinde und einer Rede des Predigers eingeweiht. Dieses neue Gotteshaus haben erbaut: der Zimmenneister Ackermann und der Maurermeister Hilke aus Freienwalde; der Kondocteur Friedrich aus Neustadt-Eberswalde hat an dem Verbände der Zimmerarbeit sein Meisterstück gemacht.

Der Patron, Herr von Jena, hat elf Münzen in diesen Kasten gelegt (die älteste aus dem Jahre 1772, die jüngste einen Taler aus dem Jahre 1818). Gegenwärtig hat man folgende Preise für die Lebensbedürf­nisse: Die Tonne Bier 4 Taler, der Scheffel Roggen oder Gerste 1 Taler 12 Groschen, der Scheffel Hafer einen Taler, der Scheffel Erbsen 2 Taler 12 Groschen. Das Quart Branntwein gilt 3 Groschen Kurant, das Pfund Butter 8 Groschen, das Pfund Rindfleisch 3 Groschen. Das Schock Stroh kauft man zu 71012 Reichstaler und einen Zentner Heu zu 16 Groschen bis 1 Taler. Die Klafter Holz gilt 4 1 /3 Reichstaler. Feinste Merino-Wolle, der schwere Stein 42 Taler, Metis-(Mittel)Wolle 24 Taler und Leede-Wolle (grobe) 10 bis 12 Taler. Im ganzen war wegen der wohlfeilen Getreidepreise schlechte Zeit im Lande. Der große Krieg gegen die Franzosen unter Bona­parte, der die Preußen zweimal nach Paris gebracht hatte, schien die Christenheit zwar etwas zu dem alten Glauben, aber noch nicht so zur alten Tugend zurückgebracht zu haben. Es gab viele Unruhen in Europa. Gott