Heft 
(1917) 25
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Falkenberg in der Mark.

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Gebäude, 68 Wohnhäuser, 98 gewerbl. u. wirtschaftl. Gebäude. Areal in Magd. Morgen: Gehöfte 14, Gartenland 80, Acker 28, Wiesen 2268, Weide, Torf etc. 30. Viehstand: 94 Pferde, 116 St. Rindvieh und 44 Schafe. Steuersoll-Aufkommen in Talern: Grund­steuer 375, Klassensteuer 277 und Gewerbesteuer 111 Tlr.

1916 Dorfgemeinde Falkenberg, Post- und Bahnstation der Eisenbahn Ebcrswaldc-Frankfurt a. Oder, Amtspolizeibezirk Coethen, Amts­gericht Freienwalde, 1350 Einwohner.

7. Feuerschäden und Kriegsnöte.

Es sind nahezu 100 Jahre her, daß der größte und ansehnlichste Teil Falkenbergs, die uralten Fischereiwirtschaften, samt Kirche (siehe vorher mit­geteilte Turmknopfurkundc) und Schule den gierigen Flammen zum Opfer fielen. Am späten Abend des 2. April 1817 kam das Feuer aus und verbreitete sich mit großer Schnelligkeit. In kurzer Zeit waren außer den beiden öffent­lichen Gebäuden 12 Wirtschaften mit ihrem ganzen Anwesen vernichtet. Die Umgegend leitete ein großes Hilfsunternehmen ein und noch ist die davon erzählendeNachweisung über den Empfang und die Verwendung der für die abgebrannten Falkenberger gesandten milden Gaben vorhanden. Geld, Er- toffeln (Kartoffeln), Roggen, Gerste, Erbsen, Fleisch, Heringe, Brot, Schmalz, Butter, Grütze, Salz usw. alles kam in reichlicher Menge, so daß fürs erste den Abgebrannten geholfen war; indessen nahm der Aufbau der verwüsteten Wirtschaften geraume Zeit in Anspruch.

Auch dem Feuerwehrwesen mußte man von nun ab mehr Aufmerk­samkeit zuwenden. Die alten Feuerwehrgeräte erwiesen sich als nicht mehr gebrauchsfähig und es mußte allmählich für vollständigen Ersatz gesorgt werden. Zunächst wurde eine große neue Feuerspritze mit guten Wind­kesseln neuester Konstruktion bestellt, welche der Kupferschmiedemeistcr Neumann in Neustadt-Eberswalde für 300 Reichstaler lieferte. Die Spritze mußte durch 12 Mann in Wirksamkeit gesetzt werden, der dazu gehörige Lcderschlauch war 48 Fuß lang.

Dann wurde unterm 9. Mai 1835 eine neue Feuer-Ordnung in 30 Paragraphen aufgestelll, nach welcherjeder Einwohner ohne Unterschied des Standes und Jurisdiktion, sich zu richten hatte. Das Wichtigste sei nachstehend zusammengestellt. An den ersten Sonntag-Nachmittagen nach Ma­rien und Michaelis mußten die vorhandenen Löschgeräte genau geprüft und das Schadhafte sofort erneuert werden. Zwei gefüllte große Wasserküben mußten fertig zum Gebrauch auf ihren Schleifen neben dem Spritzenhause stehen. Bei auswärtigen Feuern wurden sie auf Wagen gestellt. Bei Feuers­ausbruch in der Nacht hat der Nachtwächtersofort recht laut und oft hintereinander nebst dem gleichzeitigen Ruf: Feuer! ins Horn zu stoßen, sowie den Schulzen und den Spritzenmeister alsbald zu benachrichtigen. Die