Heft 
(1917) 25
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Rudolf Schmidt.

Arbeit des Nachtwächters wird durch den Schulhalter unterstützt, welchem das Stürmen obliegt. Alle vorhandenen Männer des Ortes haben sich auf den ersten Glockenzug innerhalb 5 Minuten mit einem Eimer und Feuerhaken bei der Spritze bezw. beim Feuer, wenn dieses im Dorfe ist, einzufinden. In Broichsdorf, wo keine Spritze vorhanden ist, sammelt sich alles beim Schulzen, der das Weitere veranlaßt. Jede Familie in beiden Dörfern muß einen Feuerhaken von 1216 Fuß Länge, einen Wassereimer, sowie eine 30 Fuß lange Feuerleiter besitzen und gebrauchsfertig halten. Der Kreis, bis wohin bei auswärtigem Feuer Hilfe geleistet wird, darf nicht hinausgehen über Niederfinow, Eberswalde, Trampe und Kruge, Torgelow und Dannen­berg, Freienwalde und Bralitz. Seit einigen Jahren besitzt Falkcnberg eine nach modernsten Erfahrungen eingerichtete und cingcübte Freiwillige Feuerwehr.

Der Krieg und seine Schrecken hat auch unser Dorf nicht verschont und mehrmals seine Entwicklung gehemmt. Ueber die Zeit vor dem 30jähr. Kriege hat uns die Chronik nichts überliefert. Aus dem Jahre 1634 ist uns aber ein schwerwiegendes Protokoll erhalten, das uns von folgender Kontri­butionsleistung berichtet: 251 Taler in bar, 6 Scheffel Hafer, 2 Kühe, 3 Tonnen Bier, 25 Fuder Heu, 1 Fäßchen und 1 Topf Butter, 8 Schock Krebse und 15 Aaleohne das, was nicht aufgezeichnet worden! Und dabei lagen von den 25 Wirtschaften 13 vollständig wüste!

Ueber die spätere Zeit seien hier folgende Chronikblätter eingeschaltet:

1760 Russische Brandschatzung. Den Einwohnern werden 112 Tlr.8 Gr. weggenommen.

1802 14., 25. und 26. Mai liegt eine halbe Eskadron des Dragon.-Reg. Pfalz-Bayern unter General von Pastau mit 80 Mann und 80 Pferden in F. im Quartier, am 25./6. folgen weitere 170 Mann, am 14./9. endlich noch 116 Mann.

1813 Die Gemeindemitglieder haben außer den genannten Lasten besonders viel Vorspanndienste zu leisten, den Wagen stets mit 4 Pferden be­spannt, auf den Strecken: Freienwalde-Werneuchen; Freienwalde- Königsberg Nm.; Eberswalde-Angermünde und Eberswalde-Bernau.

Folgender interessante Befehl vom 12., 8. ist noch bei den Ortsakten vor­handen :

von Werder, Oberst und Kommandeur vom Oderbruch

an die Gemeinde Falkenberg.

Ein Kgl. allerhöchst verordnetes Militärgouvernement in Berlin hat mir auf getragen, die Verteidigungsmaßregeln des Oderbruches auszumitteln und solche bei Annäherung des Feindes in Ausübung zu bringen.