40
12. (7. außerordentliche) Versammlung des XXIV. Vereinsjahres.
In den beiden nächsten Gruppen III und IV sind auch vom künstlerischen Gesichtspunkt beachtenswert die Darstellungen der klassischen Architektur des Mittelalters im Rheinlande von Adolf Wegelin, geboren 1810 in Cleve. Der seit 1837 in Cöln lebende Künstler wurde 1842 nach der Grundsteinlegung zum Weiterbau des Cölner Doms von Friedrich Wilhelm IV. mit der Darstellung der einzelnen Teile des Bauwerks und seiner zukünftigen malerischen Ausschmückung nach den von dein Dombaumeister Zwirner entworfenen Plänen beauftragt. Die Kirchenbauten Bayerns zeigen uns verschiedene Aquarelle von Friedrich Eibner, geboren 1825, der ebenso wie A. Doll, geboren 1826, und F. Zeiß auch Alt-Miinchener Motive sich zum Vorwurf genommen hat. Dieser führt uns auch an die Seen und in die Bergwelt Oberbayerns. Karl August Lebschäe, 1800 in Polen geboren, bietet einige Darstellungen des Schlosses Nymphenburg. Franz Xaver Nachtmann Innenansichten aus der Königlichen Residenz in München und aus dem Schloß in Tegernsee, und Lorenz Quaglio, 1793 in München geboren, Bilder aus dem bayerischen Volksleben. Die Schloßarchitektur und Burgenromantik des Rheinlandes, besonders die von Friedrich Wilhelm IV. erbaute Burg Stolzenfels, ist in zahlreichen Darstellungen von Caspar Johann Scheuren vertreten, geb. 1812 in Aachen. Ein größerer Teil der Bilder von Stolzenfels liegt in dem Schaukasten gegenüber vom Eingang. Von des Alpendarstellers Johann Jacob Meyers malerischer Reise nach Heidelberg sind zusammenhängend sechs Blätter ausgestellt.
Franz Krüger ist merkwürdigerweise in der Sammlung des Königs nur mit einer Aquarelle und einer Sepiazeichnung vertreten, Menzel mit einem Doppelbilde aus frühester Zeit, der König in Thule, und einem prächtigen kurfürstlich-sächsischen Läufer. Das dritte Bild von Menzel, die Dame am Spinett, ist nicht der Sammlung König Friedrich Wilhelms IV. entnommen, sondern gehört unserm Kaiser. Es ist hier nur zur Ansicht gebracht worden, weil es ein verhältnismäßig unbekanntes Bild ist. Für Kaiser Wilkelm I. hatte er die Skizze zu dem Krönungsbilde entworfen, die in dem vierseitgen Schaukasten dem Ausgang gegenüber ausliegt. Von dem bekannten Illustrator Theodor Hosemann, geb. 1807, werden 27 Blatt Kinderszenen und Typen aus dem Berliner Leben seiner Zeit gezeigt. An den Wänden in der Koje gegenüber dem Eingang ist eine Gruppe von Meistern für die monumentale und Kirchenmalerei zusammengestellt. Die aus den zwanziger bis dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts stammenden Blätter sind Beispiele der religiösen und Historienmalerei der Berliner Schule, die sich im Anschluß an die Nazarener in Rom entwickelt hat. In den Kästen rechts und links liegen einzelne Blätter von Künstlern der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, vornehmlich der Berliner Schulen, (Schadow, Blechen, Stüler, J. M.Wagner), weiter von Wilhelm von Kobell, A. Adam, Philipp Veit, Ferdinand Marohn. —