Heft 
(1917) 25
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16. (8. ordentliche) Versammlung des XXIV. Vereinsjahres.

häusern unserer botanischen Gärten zeigen garnicht selten zu manchen Jahreszeiten das Goldglanz-Phänomen.

Wissenschaftliche Tobsuchtsanfälle sind bei unseren Gegnern, bei Engländern und besonders bei Franzosen während der jetzigen Kriegs- läufte bekanntlich öfters beobachtet worden: vgl. u. a. den gelehrten Engländer Ramsay. Das nachfolgende Beispiel steht aber wohl uner­reicht da. Einem Gelehrten, der leider den deutschen Namen Dr. R. Kochler trägt, war innerhalb der überreichen zoologischen Ausbeute der deutschen und lediglich aus deutschen Mitteln bestrittenen, von Prof. Chun gelei­teten Valdivia-Expedition die Bearbeitung der in Tiefen bis zu 5(K) m gefischten Stachelhäuter übertragen worden. In der Sitzung der Pariser Akademie der Wissenschaften, also der vornehmsten gelehrten Körper­schaft Frankreichs, am 15. November v. J. berichtete nun, wie jetzt in der Naturwissensch. Wochenschrift vom 6. v. M. S. 91 ff. mitgeteilt wird, Herr K., nachdem er entschuldigend bemerkt, daß ihm die Arbeit deutscherseits bereits vor dem Kriege übertragen worden, über einen in der deutschen Ausbeute entdeckten neuen Seestern und fügt dabei wörtlich hinzu:Ich widme diese Spezies dem Andenken an Miß Edith Oavell, deren gehässige Ermordung den Unwillen und das Entsetzen der zivili­sierten Welt erregt hat. Natürlich ist diese wissenschaftliche Unge­heuerlichkeit, die in Forscherkreiseu ohne Beispiel dasteht, von den Trägern der Pariser Akademie keineswegs gerügt, vielmehr beifällig aufgenommen worden. Es handelt sich um die englische Spionin, welche wie erinnerlich, wegen gröbster Verbrechen gegen das Kriegsrecht stand­rechtlich erschossen wurde.

In dem Korrespondenzblatt der Deutschen Gesellschaft für Anthropologie u. s. w. Sept.'Dez. 11)15 hebe ich zwei hervor­ragende Arbeiten hervor a) Dr. Albert Kiekebusch:Das Aufsuchen und Feststellen vor- und frühgeschichtlicher Siedelungsspuren. Die Verdienste des Verfassers um die Bedeutung der Wohnstättenspuren sind von uns bereits wiederholentlich erwähnt worden. Hier fasst derselbe alles Wissenswerte über die in dem Titel angedeuteten Vorkommnisse ausführlich und für jedermann verständlich in dankenswerter Ausführ­lichkeit nochmals zusammen. Daß den bezüglichen Sammelkästen des Märkischen Museums, die ich seit 1874 angelegt, volle Beachtung geschenkt wird, ist ebenso erfreulich wie die große Anzahl von einschläglichen neuen Funden und Beobachtungen (187 Nummern), die sich sämtlich auf unsere Mark beziehen.

b) S. 65 flg. Bericht der Bonner Professoren Verworn, Bonnet und Steinmann über Diluwiale Menschenfunde in Obercassel bei Bonn. Hier sind in einem Steinbruch nebeneinander mit Sorgfalt unter großen Basaltplatten beigesetzt 2 Gerippe gefunden und geborgen worden, eine Frau von etwa 20 und, von fast tierischem Gesichts-