Heft 
(1917) 25
Seite
73
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Dr. Albert Kiekebusch. Siedlungsarchäol. Übungen u. Studien im Mark. Museum. 73

Siedlungsarchäologische Übungen und Studien im Märkischen Museum.

Jahresbericht

Von Dr. Albert Kiekebuscb.

DieUcbungen und Studien haben, wie in dieser Zeitschrift Jahrg. XXIV. 1915 S. 117120 dargetan wurde, einen doppelten Zweck: Förde­rung der Teilnehmer und Förderung der Wissenschaft. Die Teilnehmer sind entweder Mitglieder, Hörer, oder, wenn es ihnen nicht möglich ist, an allen Unternehmungen mitzuwirken, Gäste. Der Besuch der Uebungen war trotz der Kriegszeit und der Einberufung einer ganzen Reihe von Teil­nehmern recht erfreulich. Die Zahl der Anwesenden schwankte zwischen 17 und 20, hielt sich also auf einer Höhe, die für eine derartige Arbeits­gemeinschaft kaum überschritten werden darf. Den Grundlagen der Vor­geschichtswissenschaft, der Chronologie, der Typologie und der Scher­benkunde wurde dauernd größte Beachtung geschenkt, und alte wie neue Funde des Märkischen Museums bildeten an fast allen Sitzungs­tagen den Ausgangspunkt der Besprechung. Bei der Wichtigkeit der Scherbenkunde gerade für die Siedlungsarchäologie wurde dieser bisher arg vernachlässigte Zweig mit ganz besonderer Sorgfalt gepflegt, damit es in Zu­kunft immer besser möglich werde, an geringfügigsten Spuren vorgeschicht­liche Fundstätten zu erkennen und zeitlich zu bestimmen. Daß nach dieser Richtung hin die Leistungen der Teilnehmer schon recht achtbare Höhe­punkte erreicht haben, mögen die Studienfahrten nach Tasdorf und ins Spree­tal beweisen. (Vgl. auch: Das Auffinden und Feststellen vorgeschichtlicher Siedlungen. Korrespondenzblatt d. Anthrop. Ges. XLVI. 1915 S. 3756). Ueber der grundlegenden wissenschaftlichen Kleinarbeit sind die großen. Gesichtspunkte nicht vergessen worden. Das ergibt sich aus den Vorträgen, die oft mehrere Abende in Anspruch nahmen. Die Beteiligung an der Aus­sprache war nicht nur rege, sondern ausnahmslos sogar äußerst lebhaft. Einige im Bericht zu Beginn der Tagesordnung verzeichnete Themen beziehen sich auf mehr oder minder ausführliche Auseinandersetzungen des Bericht­erstatters, des Leiters derUebungen und Studien. Die beiden ersten Sitzungen fanden im Lehrervereinshause, alle übrigen im Direktionszimmer des Märkischen Museums statt. Für freundliche Förderung sei der Direk­tion des Märk. Museums, besonders ihrem Vorsitzenden, Herrn Bürger­meister Geh. Regierungsrat Dr. Reicke auch an dieser Stelle verbindlichst gedankt.

Tagesordnung der einzelnen Sitzungen.

12. Juni 1915. Herr Thormann: Das Ausgrabungsgesetz. Dr. Kieke­busch: Aelteste Besiedelung der Spreeinseln Berlin und Kölln. (Vgl. Mitteilungen d. Ver. f. d. Gesch. Berlins 1915 S. 93f). Herr Schneider: Vorgeschichtliche Fundstellen im Beketal.