Heft 
(1917) 25
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Märkische Wassergeister.

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er her sei und wo er wohne, und da er von einem Schloß erzählte, wurde sie neugierig und wünschte ihn zu begleiten. Er nahm ihr Geleit auch an. An Pethlachs Keitc angekommen, ergriff er seinen Stock und schlug ins Wasser. Da stand plötzlich ein wunderschönes Schloß vor ihnen. Sie gingen nun hinein und er zeigte ihr alles. Aber der alte Nix, der zu Hause gebhelien war und schon schlief, wurde munter und rief:Hier nechts nach Menschen, hier riechts nach Menschen. Der Sohn aber sagte:Ach Vater, ich bm zu Tanze gewesen; ich habe wohl noch etwas von dem Geruch mit­gebracht. Nachher führte er das Mädchen wieder zum Schlosse hinaus und gestand ihr, daß er sie nicht heiraten könne, weil er ein Nix sei.

Er ist später wieder in den Krug zu Tanze gekommen. Nun kannten sie ihn aber und bemerkten nun auch, daß dort, wo er gesessen hatte, stets ein nasses Stellchen war.

In Pethlacks Lache soll auch öfter eine Wasserjungfer empor­gestiegen sein. Kreis Guben.

13. Die Nixenlachen in der Pförtenerstraße.

Dort, wo die Dreikreuzstraße in die Pförtenerstraße mündet, befand sich früher eine Lache, in welcher der Wassernix wohnte. Die Lache zog sich von der Pförtenerstraße, wo sie überbrückt war, etwa hundert Meter weil nach Westen in den Garten des Holzhändlers Schneider hinein. Sie war furchtbar tief, und es ertrank oft Vieh dann. An der östlichen Seite des Tümpels stand eine Scheune, die auf Pfählen erbaut war; unter ihr hatte der Nix seinen Ein- und Ausgang. Ein Nix vermietete sich einmal bei dem Ackerbürger Naschke (Schneider); seine Kleider waren stets unten naß. Wenn Naschke Fische essen wollte, sagte er gleich: Ich werde aus der Lache Fische holen. Als der Nix sieben Jahre gedient hatte, sprach er eines Tages zu seinem Wirt: Meine Zeit ist jetzt um; ich gehe nun wieder jn das Wasser zurück; kommt aber und seht zu, wenn ich in die Lache springen werde. Steigen dann rote Blasen im Wasser auf, dann hat mich mein Bruder überwältigt, kommen dagegen weiße Blasen vom Grunde an die Oberfläche, so habe ich ihn bezwungen, dann wird kein Vieh mehr in der Lache ertrinken. Als der Nix in das Wasser sprang, hat es darin gewirtschaftet, als ob es kocht. Es sind aber weiße Blasen emporgestiegen. Seit der Zeit hat weder Mensch noch Tier in der Lache seinen Tod gefunden. Wie die Alten erzählten, wurden früher zwischen der Sommerfelder- und Pförtenerstraße die Schweine geweidet. Damals haben sich die Knaben oft auf die Schweine gesetzt und sind auf ihnen durch die Lache geschwommen, ohne daß je­mals einer ertrunken wäre. Ein Mann, der im Fieberwahn aus dem Fenster sprang und sich in der Lache ertränken wollte, ist nicht darin umgekommen, weil ihn das Wasser immer wieder in die Höhe brachte.