Heft 
(1917) 25
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Märkische Wassergeister.

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zusammengenommen. So ist auch mal in Zühlichendorf ein großes Nicker­kind gewesen, das war ganz verwahrlost, und verunreinigte -sich und war fast wie ein Tier. Kommt einmal der Knecht mit einem schwerbeladenen Wagen voll Getreide nach Hause und fährt so stark gegen die Torpfosten, daß er sich vergeblich müht, wieder loszukommen. Das sah das Nickerkind, welches in der 'Stube am Fenster saß, und fragte:Soll ich Dir helfen? Der mürrische Knecht aber entgegnete:Ach du dummes Quack, das sollte Dir wohl schwer werden! Da kommt das Nickerkind heraus und mit einem kräftigen Ruck schiebts den Wagen wieder in die Richte, aber nach drei Tagen wars auch verschwunden.

Kemnitz (Kreis Jüterbog-Luckenwalde.)

16. Die Hebamme beim Nicker.

Zu einer Hebamme kam einmal ein Nicker und sagte, sie solle mit ihm zu seiner Frau kommen. Da ging sie mit und als sie ans Wasser kamen, schlug er mit einer Rute darauf, da standen die Wasser wie ein paar Mauern zu beiden Seiten, und sie gingen trockenen Fußes hinab. Als iie nun unten ankamen, leistete sie der Kreißenden Beistand, so gut sie es verstand, und entband sie auch glücklich. Wie sie nun gehen will, da schaut sie um sich, und da liegen Gold und Silber in gewaltigen Haufen und ist ein Glanz, daß es ihr die Augen blendet. Da fragt sie der Nicker, was er ihr schuldig sei. Sic aber sagt:Nun, ich nehme von Euch nicht mehr als von anderen 1 Leuten.Das ist Dein Glück, sagte der Nicker, hättest Du mehr ge­fordert, so wäre es Dir schlecht ergangen, gibt ihr eine Schürze voll Gold und bringt sie wohlbehalten wieder hinauf.

Kemnitz (Kreis Jüterbog-Luckenwalde.)

17. Der Nicker und der Gänsekusch.

Gehen einmal mehrere Bauern nach der Stadt zu Markte, und einer, der sich etwas verspätet hat, kommt hinten nach; sieht er, wie aus der Elbe ein greises Männchen heraufkommt und auf ihn zutntt, das war der Nicker. Wo willst Du hin? .Nun zu Markte!Willst Du mir etwas mit­bringen?*Warum nicht? -Nun, so bringe mir eine Flasche Gänse­kusch mit.Recht gern.*" So geht der Bauer fort, besorgt auf dem Markt

seine Einkäufe und denkt, willst doch dem Nicker dein Wort halten, ihm den Gänsekusch kaufen; ist er nicht da, so kannst du ihn ja für dich behalten. Kauft also den Gänsekusch und macht sich dann auf den Heimweg. Als er an die Elbe kommt, da steht auch schon der Nicker und fragt:Hast Du mir den Gänsekusch auch mitgebracht? Jawohl, sagte der Bauer.Nun, das ist Dein Glück, sonst wäre es Dir schlecht gegangen. Darauf bezahlt er ihm das Messer, heißt ihn etwas warten und springt in die Elbe. Wie der Bauer