Heft 
(1917) 25
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12.(7. außerord.) Versammlung des XXV. Vereinsjahres.

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stücke an die Kriege von 1864,1866,1870/71 und an die Gegenwart vor. Haupt­sächlich wurde die Entwickelung des Bajonetts illustriert. Ebenso an Waffen englischer Verbündeter in Hinterindien: Die Entstehung und Entwickelung der Damaszener-Klingen. Nicht minder wurden die älteren Handfeuerwaffen an vielen Beispielen erläutert.

Im Anschluß an diese kriegerischen Erinnerungen trug u. M. Herr Oberstleutnant z. D. Noel über die Einrichtung des militärischen Personen­nachrichtenamts vor, welches, in der Kriegsakademie Ecke Neue Wilhelm- und Dorotheenstraße untergebracht, Herrn Noel unterstellt ist. Die Vorlagen und der interessante Vortrag wurden mit lebhaftem Beifall begrüßt.

1Z. (7. auQerord.) Versammlung des XXV. Vereinsjahres.

Montag, den 4. Dezember 1916, nachmittags um 6 Uhr.

Besuch der Königlichen Sammlung alter Musikinstrumente, Charlottenburg, Fasanenstr. 1, Hochschule für Musik, unter freundlicher Führung des Herrn Professor Dr. Oskar Fleischer mit Vortrag desselben über Geigenbau. Derselbe berichtete zunächst über; die Entstehung der Sammlung, welche letztere bei Weitem noch nicht so eifrig als sie es nach allen Richtungen hin verdient, vom großen musikverständigen und musikliebenden Publikum benutzt wird.

Die Königliche Sammlung alter Musikinstrumente wurde Anfang 1888 durch den Ankauf einer kleinen Sammlung von 241 Instrumenten aus dem Besitze von Paul de Wit in Leipzig, bestritten aus dem Dispositionsfonds des Kaisers Wilhelm I., begründet. Diese kleine Sammlung fand in dem Ge­bäude der alten Bauakademie am Schinkelplatz vorläufige Unterkunft und wurde der Verwaltung des Dr. Oskar Fleischer unterstellt. Durch Zuwei­sung von Instrumenten im Kunstgewerbemuseum, der Kgl. Bibliothek und anderen königlichen Instituten, durch reichliche Schenkungen von privater Seite und durch fortlaufende kleinere Ankäufe wurde der Bestand der Sammlung stetig erweitert. Ganz besondere Bereicherung erfuhr das neuge- gründetc Museum durch den Ankauf einer zweiten Instrumentensammlung von Paul de Wit 1891 und vorzüglich im Jahre 1902 durch die Erwerbung der Sammlung, welche der Advokat Cesar Snoeck in Gent durch fast lebens­längliche verständnisvolle Arbeit zusammengebracht und hinterlassen hatte. Beide Sammlungen wurden aus dem Dispositionsfonds des KaisersWilhelm II. angekauft, die letztgenannte, damals die größte überhaupt im Privatbesitz befindliche, für den sehr bescheidenen Preis von 200000 Mark. Der Wert des gesamten Inhaltes des Museums, wie er jetzt vorliegt, wird auf 7 Millionen Mark geschätzt, während er dem Staate nur etwa eine halbe Million Mark gekostet hat.