Kleine Mitteilungen.
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Kleine Mitteilungen.
(siehe auch Seite 185 unten!)
Mittelalterliche Zinnkannen, Nachtrag. Zu der S. 33 gemachten Bemerkung über die wissenschaftliche Behandlung der Zinnarbeiten der älteren Zeit sei es mir gestattet, auf eine dort übersehene Abhandlung von Erwin Hintze in der Zeitschrift „Schlesiens Vorzeit in Bild und Schrift" N. F. Bd. 5 (Breslau 1909) S. 169« an dieser Stelle hinzuweisen. Sie führt den Titel „Schlesische Zinngießerwerkstätten", belehrt aber nicht nur auf Grund eines überaus reichen archivalischen Materials über Werkstätten der Provinz, sondern noch über „Meisterstücke , „Zinnproben und Marken“, Bezugsquellen für das Metall und den Handel mit den fertigen Waren. Sie ist die Vorläuferin eines ganz Deutschland umfassenden Werkes über die aus diesem Metall gefertigten Geräte von der ältesten Zeit bis zum 19. Jahrhundert, eines Werkes, von dem wir namentlich hinsichtlich der Stadt- und Meisterzeichen die gründlichste Aufklärung erwarten und auch erhalten dürften. Hoffentlich erscheint es bald.
O. P.
Zum 80. Todestage Johann Heinrich Ludwig Schmelkas. Bei den bewegenden, alles andere in den Hintergrund stellenden Nachrichten des Krieges und der politischen und wirtschaftlichen Bestrebungen hat fast niemand daran gedacht, in diesem 'Jahre das Andenken Schmelkas zu feiern. Am 27. April waren es 80 Jahre her, daß „der alte Schmelka“, ein Liebling der Altberliner Bevölkerung, in Pankow starb. Er war ein bedeutender und hochgeachteter Schauspieler seiner Zeit und der beliebteste Komiker im damaligen Berlin. Er kam von Breslau hierher und war seit 1824 Mitglied des damaligen Königstädtischen Theaters am Alexanderplatze, nachdem er unter großem Beifall und Zustrom am Kgl. Schauspielhause gastiert hatte. Mit seinem Freunde, dem Kgl. Schauspieler Moritz Rott, und der Witwe des Schauspielers Scholz wohnte er längere Zeit in Pankow, wo er im geselligen Verkehr ein gern gesehener Gast war und wo er auch starb. Das Kirchenbuch der alten Pankower Kirche sagt von ihm: „Johann Heinrich Ludwig Schmelka, welcher nach einem produzierten Taufschein aus Schwedt ein unehelicher Sohn der Markgräflichen Sängerin Nanette Büttner und dessen angegebener Vater ein Herr Heinrich von Schack gewesen sein soll, ist gestorben am 27. April' 1837 zu Pankow an Unterleibsschwindsucht, beerdigt am 1. Mai 1837 ZU Pankow. War Schauspieler am Königstädtischen Theater zu Berlin. Alter: 59 Jahre, 4 Monate, 26 Tage.“ Die Berliner schwärmten geradezu für Schmelka. So wie er hatte noch niemand durch das Hobellied in Ferdinand Raimunds „Verschwender“ alle Hörer zu Tränen gerührt, und wenn er den Wirt in Lessings „Minna von Barnhelm“ spielte, dann konnte der Ernsteste sich nicht des herzlichen Lachens enthalten. Am 1. Mai 1837 wurde er in Pankow auf der südöstlichen Ecke des damaligen, um die alte Pankower Kirche (Breitestraße) herum liegenden, heute in Anlagen (mit einigen noch erhaltenen Grabdenkmälern) umgewandelten Friedhofes dicht beim Kriegerdenkmale beerdigt. Das herrliche Maiwetter rief viele Berliner zur Feier nach dem schönen Vororte hinaus. Aber eine andere Einladung hatte noch mehr gewirkt: Gerade am Tage, als sich die Nachricht von Schmelkas Tode in Berlin verbreitete, wurde im Königstädtischen Theater Ferd. Raimunds