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Kleine Mitteilungen.
„Verschwender“ gegeben. Der Wiener Komiker Mathias Rott (also nicht etwa mit dem Schon genannten Berliner Heldendarsteller Moritz Rott zu verwechseln), welcher in Schmelkas beliebtester Rolle als der Tischlermeister Valentin Holzwurm gastierte, hatte unter starkem Beifalle das Hobellied (3. Aufzug, 10. Auftritt) gesungen und fügte nach dem ihm gewordenen Dank der Hörer folgende Verse hinzu:
Da rufen’s mich aufs Land hinaus,
Ja, Pankow heißt der Ort,
Da trat ich in ein Trauerhaus,
’nen Sarg, den brauchens dort.
Ein Sarg schreckt sonst den Tischler nicht,
Doch diesmal tut mir’s weh,
Und schwer wird mir die ernste Pflicht,
Wenn ich den Toten seh’.
Er war in diesem heiter’n Haus So lange gern geseh’n,
Halb sterbend erst ging er hinaus —
Nun ist’s um ihn gescheh’n.
Tot war’ nun, der so oft erstrebt.
Was Ihre Gunst ihm bot?
Nein, wer in Ihrem Herzen lebt,
Nein, nein! — der ist nicht tot!
Zündend wirkte diese Stegreifdichtung: sie wurde am anderen Tage in ganz Berlin besprochen, und es sollen daraufhin mehr als zehntausend Berliner nach Pankow hinausgepilgert sein, bei damaliger Einwohnerzahl Berlins (noch nicht 300000) eine riesenhafte Zahl. Die Feier mußte im Freien stattfinden und der Sarg vor dem Trauerhause auf gestellt werden. Der Regisseur Genee, Vater des Dichters Rudolf Genee, hielt dem toten Freunde eine tief ergreifende Rede. Jetzt steht auf dem ursprünglichen Steinsockel Schmelkas Grabdenkmal an der südlichen Längsseite der alten Kirche: ein schlicht-vornehmes, für damalige Zeit sicher sehr wertvolles Denkmal, angefertigt in der damaligen Kgl. Eisengießerei am Neuen Tore in Berlin. Auf der zwischen Säulen ruhenden breiten Eisentafel steht in erhabener Goldschrift auf der Vorderseite:
Joh. Heinr. Ludw. Schmelka, geh. am 1. Dezember
1777,
verstorben 27. April 1837.
Im Vordergiebel der schmalen Bedachung ist Schmelkas Kopf als Seitenansicht im hervortretenden Rundbilde von künstlerischer Ausführung dargestellt und auf der Rückseite ein Lorbeerkranz und die Inschrift:
Von seinen Freunden.
Berlin-Pankow. Pfarrer Rud. Jungklaus.
Osterwasser in Berlin. In der ersten Beilage zur Nr. 76 der „Königl. privilegierten Berlinischen Zeitung“ vom Mittwoch, den 30. März 1864 findet sich folgende Bemerkung: „In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag ging es auf den Straßen wieder sehr lebendig