Das Meisterbuch der Schneiderzunft von Liebenwalde (1642—1868). Von Prof. Dr. Lennarz(Düren).
Vor längerer Zeit erwarb ich von einem Sammler in Gleiwitz(0.-S.) die Original-Meisterliste der Schneiderzunit von Liebenwalde in Brandenburg. Es ist eine Handschrift in Buchform von Aktenbogengrösse(20 X 81! em); in“Halbleder gebunden, mit Lederecken. Der Lederrücken zeigt teils grüne, teils vergoldete Ornamente; die Eeken sind vergoldet... In das schwarze Einbandpapier ist auf beiden Seiten. in der Mitte eine ovale, stempelartige
vier Stellen des Einbandes sind Reste
Arabeskenverzierung eingepresst, An von Lederschnüren.
Der Stil des Einbandes passt zu. der gleich zu erörternden Zeit der Anlage des Buches. Die Handschrift enthält 142 Seiten, von denen aber nur 86 beschrieben sind. Die ersten vier Seiten sind frei gelassen. Die Seiten sind nicht numeriert. Das Papier hatte ans heinend von Anfang an einen. gelblichen Ton. Das Wasserzeichen besteht aus ‚einem verzierten Wappen, über dem sich ein Band mit den Büchstaben HASG befindet.
Auf der ersten beschriebenen Seite steht. folgender Titel:„Ve rzeignis aller Nahmen derer meister des Löblichen Schneidergewercks so von nun an in der Churfürstl. Brandenburgh. Stadt Liebenwalde zur meisterschafft auffgenommen Seyn d also nach der ordnung nach den andern folget nahmentl. verzeichnet,
folgen dann 165 Eintragungen, die sich auf die Jahre 68
wie Ein jeder allg 1642—1868 erstrecken. Von diesen Eintragungen sind die ersten (bis 1759) am Rande nummeriert, die übrigen nicht mehr. Die Blätter 3—15 Eintragungen 1—773) weisen einen sorgfältig mit dem Federkiel gezogenen, Q—21/, cm breiten Rand auf. Dass die Eintragungen mit dem Jahre 1868 abbrechen, ist kein Zufall. Die Gewerbeordnung des Norddeutschen Bundes vom 21. Juni 1869 hatte in Fortentwicklung der preussischen Gewerbeordnungen von 1810/11 und 1845 die früheren Zwangsrechte der Zünfte beseitigt und nur geduldet, dass Dies aber führte tatsächlich Damals wird dann auch das
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diese als freie Innungen weiter bestehen dürften. zur Auflösung der noch bestehenden Innungen. Meisterbuch: der Schneiderzunit von Liebenwalde in Privatbesitz überge
gangen sein.
«Jeinen Buchstaben zeigt die bekannte Willkür,
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