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Frühlatènefibel von Hirschgarten
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nach der Aberntung des Gartens oder bei späteren Arbeiten nicht neue Beobachtungen gemacht werden können, würde es sich um einen Einzelfund handeln. Ich halte das jedoch für unwahrscheinlich, weil auf dem benachbarten Dornschen Grundstück vor einiger Zeit ebenfalls Tongefäßreste zutage getreten sind.
Wie man aus der Abbildung ersieht, handelt es sich um eine Gewandnadel, die nach dem„ ,, Frühlatèneschema" gearbeitet ist. Die Rolle zeigt an jeder Seite drei Windungen mit äußerer Sehne. Der Bügel ist breit. Die den beiden Rändern parallel laufenden Rillen werden durch sich kreuzende Doppelstriche verbunden. Die Ränder sind gekerbt. Die Ränder sind gekerbt. Das wie bei allen Frühlatènefibeln nach oben geschlagene Schlußstück erinnert lebhaft an einen Tierkopf. Die scheibenartige Verbreiterung mit dem Punktkreise legt die Vermutung nahe, daß an einen Entenkopf gedacht worden ist, und der unten flache, auf der Oberseite mit vier Einschnürungen versehene Fortsatz wie die sich um das Auge herumziehenden Kerben verschärfen diesen Eindruck. Der aus sechs Gliedern bestehende Rest eines Bronzekettchens saß vermutlich an der Nadel und stellte ursprünglich die Verbindung mit einer zweiten Fibel her, die an der gegenüberliegenden Brustseite getragen wurde.
Fibeln des Frühlatèneschemas gehören im allgemeinen dem 4. Jahrhundert v. Chr. an. Die noch deutlich wahrnehmbaren Anklänge an den Vogelkopf, der breite Bügel und die Randkerbung sind jedoch Motive, die in etwas ältere Zeiten zurückweisen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß diese Form schon dem 5. Jahrhundert oder wenigstens der Jahrhundertwende angehört. Die Kerbung läßt sich namentlich bei den ältesten Gürtelhaken beobachten und ist von mir ja auch auf den zweifellos recht früh anzusetzenden Fibelplatten von Kaulsdorf( Prähist. Zeitschr. 1916 S. 114) festgestellt worden. In der von Robert Beltz( Zeitschrift für Ethnologie 1911) veröffentlichten Typenreihe der Latènefibeln steht unsere Fibel hinsichtlich des Schlußstückes der Fibel von Letky in Böhmen( S. 677 Abb. 24) sehr nahe, nur daß dort anstatt der Scheibe mit dem Punktkreise ein Ring vorhanden ist. Der Fortsatz ist ähnlich wie der oben beschriebene. Mit ihren alten Reminiszenzen ist die Hirschgartener Fibel als eine Uebergangsform von der Hallstatt- zur Latènefibel doch ein recht interessantes Stück, das die Fibelsammlung des Märk. Museums nicht unwesentlich bereichert hat.
Der neue Fibelfund ruft die Erinnerung wach an die vom Gärtner Krause gefundenen, von Weigel veröffentlichten und im Staatlichen Museum für Völkerkunde aufbewahrten Bronzefibeln von Hirschgarten( Nachrichten über deutsche Altertumsfunde 1890 S. 4 f., Abb. 1 u. 2 nebst den Urnen 3 u. 4). Diese Altertümer stammen von einem ganz anderen Fundplatze, der auf dem gegenüberliegenden Rande des Erpetals an der Cöpenick- Friedrichshagener Chaussee liegt. Die beiden Spiralfibeln des Fundes gehören der 3. Periode der Bronzezeit an; sie sind also rund 1000 Jahre älter als die Latènefibel von Hirschgarten und entstammen zweifellos einem Gräberfeldc.( Die in den ,, Nachrichten" 1890 gegebene Zeitbestimmung ist irrtümlich). Auf jeden Fall beweisen die Hirschgartener Fibeln eine Besiedlung der Kolonie Hirschgarten während der letzten Hälfte des zweiten und eine Besiedlung des heutigen Bahnhofs Hirschgarten während der zweiten Hälfte des letzten vorchristlichen Jahrtausends. Die Spuren der Vorzeit sind in beiden Fällen kleine Kunstwerke, die wieder einmal Zeugnis ablegen von der Kulturhöhe unserer Vorfahren in so ferner Vergangenheit.
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