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La Baume: Vorgeschichte
Buchbesprechung
Dr. Wolfgang La Baume: Vorgeschichte von Westpreußen, in ihren Grundzügen allgemeinverständlich dargestellt. Danzig 1920. Herausgegeben von der Naturforschenden Gesellschaft in Danzig. Kommiss.Verl. R. Friedländer& Sohn, Berlin, Karlstr. 11. 102 S. mit 18 Taf. und 84 Textabbildungen.
Dieses von Sachkenntnis und klarem Verständnis für die Bedürfnisse unserer Zeit zeugende Buch tritt als würdiges Glied in die Reihe der Darstellungen, die wir bis jetzt über die Vorgeschichte einzelner Landschaften besitzen. Da es die Altertumskunde einer unserer Mark benachbarten Provinz behandelt, so hat es für unsere Heimat eine ähnliche Bedeutung wie die entsprechenden Werke über Mecklenburg, Pommern und Schlesien. Zwei Probleme, die auch für die märkische Urzeit von allergrößter Bedeutung sind, behandelt der Verfasser mit besonderer Ausführlichkeit, die„ Lausitzer Kultur" und die Ostgermanen. Völlig vorurteils los tritt La Baume an diese in der wissenschaftlichen Welt so viel und so hart umstrittenen Fragen heran. Sine ira et studio sucht der Verfasser diese schwierigen Rätsel zu lösen, wägt die abweichenden Meinungen gegeneinander ab und nimmt zuletzt Stellung zu ihnen. Recht geschickt weiß er die verschiedenen Ansichten vorzutragen und ist ein lehrreiches Zeugnis dafür, daß man auch Probleme ruhig erfassen kann, ohne andersdenkende Forscher zu verdächtigen. Der ganze Ton ist vornehm und würdig. Die vorgeschichtlichen Verhältnisse der Mark werden in dem Buche recht häufig herangezogen, namentlich da, wo in der Erforschung Westpreußens noch empfindliche Lücken klaffen, so besonders auf dem Gebiete der Siedlungsforschung. Die dem märkischen Vorgeschichtsfreunde so vertraut gewordenen Namen Römerschanze, Buch, Trebus, Paulinenaue, Stüdenitz, Burg u. a. begegnen dem Leser auch in diesem Werke. Bezüglich der absoluten Chronologie der Bronzezeit schließt sich nun auch der Verfasser ganz meinen runden Zahlen an( S. 22). Das kleine recht übersichtlich gearbeitete Buch wird vielen ein wertvoller Führer sein und der Vorgeschichtswissenschaft zweifellos Tausende von neuen Freunden gewinnen. Möge es dem eifrigen Verfasser recht bald möglich sein, durch eigene Forschungen und eigene Bodenuntersuchungen manche Lücke in seinem Bilde auszufüllen.
Kleine Mitteilungen
Dr. A. Kiekebusch
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Geschichte des Kreises Oberbarnim. Ehe die Fäden mit der Vergangenheit ganz abreißen, hat es der Kreis Oberbarnim für angezeigt gehalten, eine Entwickelungsgeschichte des Oberbarnimer Landes schreiben zu lassen. Die Zusammenstellung gliedert sich in zwei große Abschnitte: in die Chronik der 164 Siedlungen mit Einschluß der wüst gewordenen Stätten und in die eigentliche Entwickelungs- und Kulturgeschichte mit besonderer Die Arbeit hat der Darstellung der Verwaltungsgeschichte des Kreises. Kreisausschuß dem bekannten Heimatforscher Rudolf Schmidt in Eberswalde übertragen, der das sehr zerstreute Material schon seit mehr als einem Jahrzehnt gesammelt hat. Indessen muß noch eine gründliche Archivarbeit geleistet werden, ehe mit der Abfassung des eigentlichen Werkes begonnen werden kann. Zu diesem Zweck bereist Herr Schmidt augenblicklich die Kreisorte, Schlösser und Archive, um an Ort und Stelle sein Material zu vervollständigen. Sämtliche Kreisinsassen werden gebeten, Herrn Schmidt bei seiner Arbeit zu unterstützen.
Schriftleitung: Dr. Albert Kiekebusch, Abteilungsvorsteher am Märkischen Museum, Berlin S. 14.
Die Einsender haben den sachlichen Inhalt ihrer Mitteilungen zu vertreten.