Das norddeutsche frühhistorische Schwein
19. Höhe des Occiput.
21. Länge der Stirnbeine
22. Höhe der Orbita 23. Breite der Orbita
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Nehring
Duerst
Es ist daraus wohl deutlich zu entnehmen, daß die Torfschweinrasse, wie sie Burg im Spreewald hervorbrachte, derjenigen bei Triebsees in Pommern äußerst ähnlich gewesen ist.
Es wäre meines Erachtens überhaupt nicht angebracht, bei diesen ältesten Zeugen primitiver Kultur den Millimetermaßstab für kleine Varianten der Schädelmasse entscheiden zu lassen, wenn die Grundform- hiers.scr. palustris- feststeht, wie sie Rütimeyer in der Schweiz und Mecklenburg, Strobel in Oberitalien, Otto in der Westschweiz, Pira in Ostschweden, Jeitteles in Mähren, Duerst in Zentralasien, Böhmen und in der Lausitz, Schütz in der Neumark übereinstimmend nachgewiesen haben. Jahrhunderte spielen ja selbst bei der zeitlichen Bestimmung der zugleich gefundenen Artefakte keine Rolle.
So glaube ich, wenn auch nur in einem Falle, den Beweis erbracht zu haben, daß eine Verwandtschaft zwischen dem Torfschwein der Schweizer Pfahlbauten, und dem der Mark Brandenburg besteht. Der Beweis gründet sich nur osteologisch auf die allgemeinen Ausmessungen; kulturhistorisch glaube ich aber den Umstand nicht unerwähnt lassen zu dürfen, daß der von mir in der Reihe der Funde aus der Mark zuletzt beschriebene Schädel Nr. 149 allem Anscheine nach viel älter ist als die mit ihm zugleich zu Tage geförderten Artefakte und der Fundort sich in unmittelbarer Nähe der Stelle befindet, an der die älteste Besiedlung der Stadt Berlin zu suchen ist.
Zum Schluß spreche ich noch denjenigen Herren, welche durch die bereitwillige Hergabe des vorliegenden Materials und durch ihr reges Interesse soviel zum Zustandekommen dieser Abhandlung beigetragen baben, Herrn Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Eckstein, Eberswalde, und namentlich Herrn Dr. M. Hilzheimer, Vorsteher der Naturwissenschaftlichen Abteilung des Märkischen Museums, meinen herzlichsten Dank aus.
Berlin im Oktober 1920.