Heft 
(1923) 32
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flächen der Schädel dieser ersten Gruppe, soweit dieselben noch erhalten sind. Zu der anderen Gruppe des Torfrindes gehören die übrigen 8 Schädel, welche alle durch die Beule mitten auf der Stirn ein gemeinsames Gepräge zeigen. No. III, IV. VI, VII, VIII, IX gehören der Sammlung des Museums in Müncheberg an.

Nach dem laut Sitzungsbericht des Vereins für Heimatkunde in Münche­berg vom 2. II. 1886 gehaltenen Vortrage Arendt's Ueber die in unserer Gegend bis jetzt vorgekommenen Rindviehrassen" entstammen diese dem Torf, dem Moor eines Sees und verschiedenen Baugründen der Stadt Mün­cheberg aus mehr oder weniger beträchtlichen Tiefen. Auf dem Territorium der Stadt Müncheberg und der dieselbe in nächster Nähe umgebenden Wiesen und Ackerländereien sind Funde aus germanischer Zeit nie zu Tage geför­dert worden, sondern alle bisher gemachten Funde aus vorhistorischer Zeit müssen den Wenden zugesprochen werden. Es müssen daher diese mit wen­dischen Artefakten in gleicher Tiefe und zusammen mit ihnen gefundenen Schädel der Rindviehrasse angehören, welche die slavischen Stämme. die Wenden, bei ihrer Einwanderung mit sich hierher brachten. An keinem die­ser Schädel ist eine Verletzung der Schädelkapsel zwecks Herausnahme des Gehirns nachzuweisen, sodaß dieselben höchst wahrscheinlich nicht von ge­schlachtetem Vieh herrühren, sondern gefallenen oder verunglückten Tieren angehört haben.

Schädel No. IV( Fig. 5 u. 6), gefunden im Moor bei Gelegenheit des Kanalbaus am Stienitzsee, zeigt ganz besonders die typischen Merkmale die­ser Gruppe des Torfrindes, des Wendenrindes, wie ich es nennen möchte. Er hat eine glanzlose, bräunliche Farbe. Die Basilarlänge ist nicht meßbar, da der Gesichtsteil vom Foramen infraorbitale ab fehlt.

Die Stirn hat zwischen den Orbitae eine sehr tiefe Einsenkung, un­mittelbar hinter derselben ist sie stark beulenartig aufgetrieben( von der größten bis zur geringsten Stirnbreite), senkt sich dann etwas, um darauf mit einer in der Mittellinie durch die verwachsenen Nähte gebildeten Gräte zu der hohen, schmalen, in der Mitte schwach vorgebuchteten Crista occi­pitalis anzusteigen, welche beiderseits nach dem Hornansatz zu abfällt und nach hinten die Hinterhauptsfläche wenig überragt.

Die Supraorbitalrinnen sind 12 cm lang und verlaufen convergierend bis zum oberen Rande des Tränenbeins. Sie weisen rechts 2 Foramina, links ein 1 cm langes, 0,5 cm breites Foramen supraorbitale auf. Der Abstand der Foramina supraorbitalia voneinander beträgt 9,2 cm.

Die beiden, im Verhältnis zum Schädel großen Orbitae wölben sich über die Stirn und gleichzeitig stark nach außen und vorn hervor und haben die für die Kuh typische Gestalt eines schräg von oben und hinten nach unten und vorn gerichteten Rechtecks.

Die Hornzapfen sind ungestielt, während ihres ganzen Verlaufs walzenförmiger Gestalt und von tiefen Längsfurchen durchzogen. Die Rau­higkeiten der Hornzapfen greifen auf die Stirnbeine über, sodaß es sich auch hier um ein ausgewachsenes Rind handelt.

Die Hornzapfen wenden sich, den Kopf in der natürlichen Haltung ge­dacht, zuerst seitwärts, fast horizontal, biegen sich halbkreisförmig nach vorn und haben eine Drehung um ihre Achse derart, daß die Spitze nach unten zeigt. Die Länge des rechten Horns, längs der großen Kurvatur mit dem