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hornlinie bei Ochsen( gestielte Hornzapfen) am größten, bei Bullen kleiner, bei Kühen am kleinsten ist, endlich, daß bei Ochsen die vordere Zwischenhornlinie bedeutend größer als die Stirnenge ist, während Stirnenge und vordere Zwischenhornlinie bei Bullen, sowie auch bei Kühen gleich groß oder annähernd gleich sind.
Somit haben wir also in der Mark Brandenburg 2 Torfrindrassen festgestellt, von denen die eine unzweifelhaft mit der wendischen Kultur verbunden ist. Ich habe sie deshalb als Wendenrind bezeichnet. Als wissenschaftlichen Namen schlage ich, Bos longifrons Hevellorum" nach dem in der geschichtlichen Zeit am meisten hervortretenden Volksstamm der Slawen, den Hevellern, vor.
Keine der beiden Rassen war nach Ausweis der Lossower Knochen( Lausitzer Kultur) in präslawischer Zeit in der Mark vorhanden. Sollte, was aber nach den bisherigen Fundverhältnissen noch nicht nachweisbar ist, die zweite Rasse durch die Germanen eingeführt sein, so würde die märkische Rinderbevölkerung die Abfolge der menschlichen Bevölkerung getreu wiederspiegeln mit einem dreimaligen Wechsel in präslawischer, slawischer und germanischer Zeit. Es geht also daraus hervor, daß die Haustiere uns recht wohl Winke in anthropologisch- ethnographischer Hinsicht geben können, wie ja auch Adametz in seiner Studie: Herkunft und Wanderung der Hamiten, erschlossen aus ihren Haustierrassen. Wien 1920 in„ Osten und Orient". 1. Reihe: Forschungen, 2. Band die Resultate der Haustierforschung verwertet hat, um die Frage der Besiedelung Afrikas durch die Menschen aufzuklären.
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Auch bei unseren Untersuchungen weist die Herkunft des von uns in der Mark festgestellten Slawenrindes nach Osten. Dort finden wir heute noch Rinder, die auf das genaueste mit unserem märkischen Wendenrind im Schädelbau( Beule mitten auf der Stirn) übereinstimmen. Ich verweise auf die Arbeiten von Adametz und Kühnemann( Literaturv. No. 2, 3, 4 bezw. 23), welche zeigen, daß diese Rinderrasse heute noch, wo Slawen wohnen, in Osteuropa weit verbreitet ist, und daß sie, als früher die Slawen ein weiter nach Westen reichendes Land bewohnten, auch weiter nach Westen reichte. Mit der Verdrängung der Slawen sehen wir auch das Bos longifrons Hevellorum aus dieser Gegend verschwinden. Der letzte Rest dieser Rasse ist vermutlich das von Kühnemann beschriebene Zwergrind in der Niederlausits( Literaturv. 24).
So zeigt sich also, daß diese Rasse auf das genaueste mit der gesamten slawischen Kultur verbunden ist. Vielleicht ist es möglich, mit ihrer Hilfe die Herkunft und die Wanderung der Slawen aufzuhellen.
Einer weiteren genaueren Untersuchung bedarf noch die zweite Rasse, namentlich, ob sie tatsächlich mit der germanischen Kultur verbunden ist, ob sie ausgestorben ist oder sonst noch irgendwo weiterlebt.
Vielleicht würde sich ein Vergleich mit dem Angler Rind empfehlen. Zum Schluß ist es mir eine angenehme Pflicht, Herrn Dr. M. Hilzheimer, Direktor der naturwissenschaftlichen Abteilung des Märkischen Museums zu Berlin, für die Anregung zu dieser Arbeit und die mir bei ihrer Ausführung in liebenswürdiger Weise gewährten Ratschläge an dieser Stelle meinen. herzlichsten Dank auszusprechen.