Heft 
(1923) 32
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Der Hamster in der Mark.

Von Dr. Max Hilzheimer,

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Direktor der naturwissenschaftlichen Abtlg. d. Märkischen Museums zn Berlin. Durch eine Notiz vom 8. August 1922 des Teltower Kreisblattes erhielt Da ich Kunde davon, daß auf dem Teltow eine Hamsterplage herrsche. das Märkische Museum besaß bis Hamster aus der Mark sehr selten sind, vor kurzem nur einen Schädel aus der Prignitz vom Jahre 1884( Katalog A III, 286). und da auch die literarischen Quellen über das Auftreten des. Hamsters in der Mark sehr spärlich sind, beschloß ich, der Sache nach­zugehen.

Die älteste Nachricht vom Auftreten des Hamsters in der Mark rührt von dem alten Bekmann ¹) her und meldet eine Hamsterplage im Jahre 1742 in den Orten Uetz, Päwesin und Niebeden( Ost- und Westhavelland). 18452) erwähnt Schulz Exemplare aus der Gegend von Jüterbog und Treuenbriet­zen. 1886 fügt Friedel 3) diesen Orten noch die Prignitz und Luckenwalde hinzu und erwähnt ein 1884 von Reichenow bei Nauen geschossenes Exem­plar. Huth) zählt 1888 die genannten Fundorte auf und fügt hinzu, daß Am ausführ­östlich der Oder Hamster in der Mark zu fehlen scheinen. lichsten verbreitet sich Eckstein 5) in der Landeskunde über das Vorkommen Nach Erwähnung eines Männchens, das 1901 des Hamsters in der Mark. im Humboldthain 10 kg Eicheln und Roßkastanien etwa zu gleichen Teilen als Wintervorrat eingetragen hatte, fährt er fort: Die übrigen Fundorte sind Tornow in der Prignitz, Jüterbog, Treuenbrietzen, Luckenwalde, Nauen; die Gegend westlich von Brandenburg, ferner Gehren, Lietzen und Zerni­kow, wo er sich etwa 1880 zuerst zeigte und kaum 10 Jahre später auf 400 Stück in 50 Familien(? d. Verf. Hamster leben einzeln, höchstens einen Neuendorf bei Oderberg Winter mit ihren unselbständigen Jungen) lebte. ist die östliche Verbreitungsgrenze; die Angaben über sein Vorkommen in der Die jüngst bekannt Neumark sind irrtümlich auf Verwechselung beruhend. gewordene Fundstelle ist Vehlefanz, wo der Hamster sich unliebsam geltend macht. Das größte Massenvorkommen wurde in den Jahren 1894/95 für die Gemarkungen Görlsdorf, Frankendorf und Garenchen, Kreis Luckau fest­gestellt.

1) Bekmann, J. Chr. Historische Beschreibung der Chur und Mark Branden­burg. Berlin 1751-53.

2) Schulz, J. H. Fauna Marchica. Berlin 1845.

3) Friedel E. u. Bolle C. Die Wirbeltiere der Provinz Brandenburg.

4) Huth, E. Beiträge zur Kenntnis der Märkischen Fauna.

den Säugetiere.( Sammlung naturwissensch. Vorträge) Berlin 1888.

Die wildleben­

5) Eckstein, K. Das Tier. In: Landeskunde der Provinz Brandenburg. 1. Bd Die Natur. Berlin 1909.