Heft 
(1923) 32
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Sehr interessant sind die etwas früheren Angaben Nehrings in seinem Aufsatz: Neue Notizen über dia Verbreitung und landwirtschaftliche Be­deatung des Hamsters in Deutschland" 1), die auch Friedel 2) in der Bran­denburgia wiedergibt, weil sie genaue Angaben über das Einwandern des Hamsters in die Zernikower Gegend enthalten. Bei dieser Gelegenheit fügt Friedel die Gemarkung Neuendorf, eine Meile nördlich Oderberg hinzu. Hier seien Hamster zum ersten Mal vor 5 Jahren, also etwa 1894 beobachtet, waren aber im Jahre des Berichtes 1899 wieder verschwunden. Das west­liche Ufer der alten und neuen Oder," schließt Friedel seinen Bericht, bildet zur Zeit die Grenze in unserer Provinz für den Hamster, der in der Tat der Neumark zu fehlen scheint Die nächste Nachricht über eine Hamsterplage kommt dann aus Vehlefanz, 3) wo sich seit 2 Jahren, also etwa 1902 der Hamster in der Nähe der Burg störend bemerkbar machte und namentlich in den Maisanlagen als Schädling auftrat. Nach einer Vermutung des Amtsvorstehers ist er aus dem benachbarten Gute Eichstedt eingewar.dert. Die letzte schriftliche Nachricht) berichtet von einer Hamsterplage 1893/95 in den Gemarkungen Görlsdorf. Frankendorf und Garenchen, Kreis Luckau. Hier vernichtete man die Tiere, indem man Wasser in die Wohnlöcher goẞ und sie tot schlug, wenn sie herauskamen.

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Es scheint mir so, als ob der Hamster doch noch öfter vorgekommen sei. So erzählte mir Herr Lehrer Möllenbeck in Rudow, daß in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts bei. Rhinow Hamster aufgetreten seien, die sich namentlich in Schönholz und Wutzke zu einer Plage entwickelt hätten. Auch jetzt werden dort noch gelegentlich Hamster getroffen. Von Herrn Finger aus Nowawes hörte ich, daß der Hamster vor etwa 30 Jahren in der Uckermark zahlreich aufget reten wäre.( Vgl. dazu das Vorkommen bei Oder­berg nach Eckstein). Herr Lehrer Karsten in Woltersdorf hat in den Jah­ren 1909-12 eine Hamsterplage in der Gegend von Prenzlau beobachtet.

Geographisch betrachtet verbreitet sich also nach den bisher vorliegen­den Daten der Hamster über die ganze Westhälfte der Provinz Brandenburg, so wie über den Norden. Er fehlt dagegen ganz im Osten, Süden und im unmittelbaren Norden von Berlin. Am häufigsten wird sein Vorkommen aus dem Havellande gemeldet. Hier scheint er auch nie ganz zu verschwinden. So erhielt in diesem Jahre( 1922) Herr Lehrer Beyer in Krielow bei Gr. Kreuz ( Westhavelland 2 Hamster von der dortigen Feldmark, wovon er einen in dankenswerter Weise dem Märkischen Museum überwies. Ein derartiges ver­einzeltes Vorkommen in Jahren, in welchen sonst von Hamstern aus der be­treffenden Gegend nichts gemeldet wird ,, scheint mir anzudeuten, daß der Hamster in einem einmal von ihm eroberten Gebiete bleibt, daß er sich aber vermöge seiner Lebensweise für gewöhnlich der Beobachtung entzieht und nur bemerkt wird, wenn er in großen Massen oder als Plage auftritt. So ist mir auch in der jetzt neu von ihm heimgesuchten Gegend in manchen Orten versichert worden, daß es dort keine Hamster gäbe, während ich sie dort später wahrnehmen konnte.

1) Deutsche landwirtschaftl. Presse. 26. Jhrg. Nr. 42 Berlin 1899.

2) Brandenburgia. VIII. Jhrg. 1899/1900. S. 134-137.

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4) Friedel. Ueber den Hamster. Brandenburgia XIII. Jhrg. 1904/5. S. 87/88.

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3) Friedel. Neue Fundstellen des Hamsters. Brandenburgia XII. Jhrg. 1903/04

S. 361/2.