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Daher möchte ich auch vermuten, daß die Hamster in das für sie neue von wo sie bisher Gebiet, dem Teltow, unmittelbar südlich von Berlin, noch nicht gemeldet waren, nicht erst in neueren Zeit eingewandert sind. Sie werden in einzelnen Exemplaren schon lange ansässig gewesen sein, wurden aber erst bemerkt, als sie sich in Folge für sie besonders günstiger VerIn dieser Ansicht wurde ich behältnisse zu einer„ Plage" vermehrten. stärkt durch die Angabe eines etwa 63 Jahre alten Bauern Kirsten aus Kiekebusch, nach welcher in diesem Orte vor 40 Jahren schon einmal Hamster In ihren Bauten hätten sich als Vorräte Kartoffeln geanfgetreten seien. funden. Auch jetzt ist wieder beobachtet worden, daß die Hamster auf dem Teltow im Herbst nach Aberntung der Roggenfelder sich auf den Kartoffeläckern einfinden und in großen Mengen Kartoffeln eintragen.
Auf diese bi
ologisch bisher noch nicht bekannte Tatsache weise ich um so mehr hin als sie geeignet ist, die Glaubwürdigkeit des Berichtes jenes Herrn Kirsten zu bestätigen. Was nun das neuerliche Auftreten des Hamsters auf dem Teltow anbelangt, so ist das Jahr 1916 der früheste Zeitpunkt seines Erscheinens, Damals kam Herr Rohrbeck aus dem Felde den ich in Erfahrung brachte. von weit stärkerem nach Buckow zurück und fand eine Hamsterplage vor Heute hat sich die Zahl stark verminAusmaß als das heute der Fall ist. dert, da die Kinder eifrig der Hamsterjagd obliegen. In diesem Jahr( 1922) treten die Hamster hauptsächlich in Waßmannsdorf und Selchow auf, allerdings nicht in einer Menge, wie sie aus Thüringen bei Hamsterplagen bekannt ist. Die Hamsterlöcher stehen in ziemlicher Entfernung von einander und müssen durch Umhergehen auf den Feldern gesucht werden, so daß im besten Falle auf etwa 10 qm 1-2, selten 3 entfallen.
Sehr interessant war der Bericht des Herrn Lehrers Möllenbeck in Rudow. Danach traten dort in dem Jahre 1920 rund 21 Hamster auf und Sie kamen also wohl zwar zuerst in dem Laubengebiet nördlich des Ortes. Sie aus Buckow. Dann hatten sie sich in der Richtung auf Schönefeld ausgebreitet. In diesem Jahre( 1922) seien sie jedoch ganz verschwunden. sind wohl im Frühjahr durch das Schneewasser ebenso wie die Mäuse" vernichtet worden.
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Die übrigen Orte auf dem Teltow, in denen Hamster teils von mir selbst, teils von meinen Gewährsmännern beobachtet worden sind, sind Gr. Kienitz ( Hier glaube ich auf dem auf dem Wege nach Kl. Kienitz zu, Karlshof Wege zwischen Brusendorf und Karlshof Hamsterlöcher gesehen zu haben. Der Verwalter von Karlshof behauptet allerdings, daß bei ihm keine Hamster ( Hier lauten die mir gemachten Anvorkämen), Kiekebusch, Kl. Ziethen gaben widersprechend), Gr. Ziethen, Lichtenrade( sicher bis an die Zossener Bahn nach Westen), Schönefeld, Diepensee. Rotzis. In den südlich um dies Areal liegenden Orten Miersdorf, Schulzendorf, Waltersdorf, Brusendorf, Kl. Kienitz, Machnower Ziegelei, Dahlewitz und Glasow sind Hamster bisher noch nicht bemerkt worden.
Zunächst konnte ich in diese Verbreitung namentlich in die Begrenzung nach Süden keinen Sinn bringen. Ein Blick auf die geologische Karte zeigte mir dann, daß die Hamster auf dem Teltow nur soweit verbreitet sind, wie Sobald nach sich große Massen zusammenhängenden Diluvialmergels finden. Süden die zusammenhängende diluviale Hochfläche durch zahlreiche Täler in zerrissen wird, zwischen kleine und kleinste Inseln Bildungen in größerer Zahl auftreten, wird das Gelände nicht mehr von
denen alluviale