Heft 
(1923) 32
Seite
41
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Man verachtete Schon 1423 wurde es nach Stettin versandt. 5) es nicht in Lehnin, wo der später so heftig angegriffene Abt Arnold 1458 dem Schulzen von Klosterfelde in Niederbarnim zu einer freund­lichen Sühne die Lieferung von 6 Tonnen Bernauischen Bieres aufer­legte), und weit über die nähere Umgebung der Mark hinaus gewann es an Ruhm. Der Königsberger Arzt Placotomus preist es 1551 in seinem Buche De natura et viribus cerevisiarum; doch bemerkt Martin Schookius in seinem Liber de cerevisia quo omnia ad illam perti­nentia plenissime dicutiuntur, Groningen 1661, S. 313 dazu: Hodie Berlinensis aestimatur. Und auch der Hamburger Heinrich Knaust, der eine Zeitlang in Berlin als Schulmeister lebte, ist des Lobes von ihm voll; sogar die Hamburger Kaufherren tränken es viel in ihrem Einbeckischen Hause.") Leuthinger( ed. Krause 1729, S. 840) redet ihm nach: Bernoviana( sc. cerevisia) palato gratior, ad furta bibulos In diesem 16. Jahrhundert betrieben nach Tobias impellere putetur. Seiler( a. a. O. S. 73) 146 Bürger das Braugewerbe, und nach 1630 Auf diese Fülle weist Andreas waren 143 Brauhäuser vorhanden. Tharäus hin, der in seiner reizenden ,, Klage der Gerste und des Flach­ses" 1604, die Gerste jammern läßt:

Ich gleub nicht, das die Marcke hat

Dergleichen eine solche Statt,

Da man mir mehr Plag leget an,

Als zum Bernaw die Bürger than.³)

Seiler sagt, es sei ein wohlgeschmackter, gesunder Trank( übrigens dunkles Bier), der den Leib wärme, den Blasenstein vertreibe und nicht leichtlich eine Verstopfung einreißen lasse; aber das Brauen dürfe nur zwischen Michaelis und Walpurgis( 1. Mai) betrieben werden, weil im Hiermit spricht er eine Ansicht aus, Sommer das Bier nicht gerate. die damals schon länger als ein Jahrhundert alt war; denn der Schle­sier Johann Colerus) schrieb 1632: Bernawische Bier sind im An­fang nicht sonderlich gut, wenn man sie erstlich brawet; aber nach Simonis Judä( 28. Okt.) werden vnd bleiben sie gut vnd sind im Som­mer am besten vnd bleiben auch also, bis man auff Michaelis wieder brawet; sie tawren( dauern) wol von Martini biß auff Bartholomäi ( 24. August). Es sind aber Bernawische Bier ziemlich hitzige Bier vnd geben viel Dünste ins Heupt vnd machen leichtlich trunken."

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Auch bei Hofe war das Bernauer Bier beliebt, und für die Berliner wurde im alten Stadtteil Köln, im dortigen Rathause ein ,, Bernauischer Bier­

5) Fidicin, Niederbarnim 1857, S. 10.

6) Sello a. a. O. S. 54.

7) Fünff Bücher von der Göttlichen und Edlenn Gabe, der Philosophischen hoch­thewren vnd wunderbaren Kunst, Bier zu brauen, Erfurt 1614( mit Vorwort von 1575), S. 41. 8) Ausgabe von Johannes Bolte in den Schriften des Vereins für die Geschichte Berlins 33. S 49; dazu die Anmerkung S. 64 f. Tharaus ist um 1570 in Muskau in der Niederlausitz geboren und war Prediger in Friedersdorf bei Storkow und dann in Vor 1640 ist er gestorben. Vgl. noch Mitteilungnn des Vereins Wendisch- Buchholtz. für die Geschichte Berlins 1899. S. 31 und 1919, S. 14.

9) Oeconomia oder Haußbuch, S. 21 b.