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er z. B. die zeitlich nicht fernstehenden Hausurnen Mitteldeutschlands zum Vergleich heranzieht, so kann das nur dienlich sein, um späteren Wohnplatzforschungen, die zur Nachprüfung und Ergänzung der Bucher Funde dringend wünschenswert sind, gleich eine gewisse Richtung zu geben. In viereckigen, freilich nicht rechteckigen Pfostenhäusern wohnten die alten Bucher vor 3000 Jahren; oft fand sich eine Vorhalle, Verf. zeigt klar die weniger oft Seitenräume an den Außenwänden. wichtigen kulturgeschichtlichen Beziehungen auf zwischen nordischem Haus und griechischem Megaron, Zusammenhänge, die von Hennig und Noack mehr geahnt als bewiesen waren. Die Bauten von Troja und Tiryns, der griechische Tempel in seinen verschiedenen Ausgestaltungen erscheinen in neuem Licht. Schuchhardts Verdienst in diesen Fiagen wird dabei nicht verschwiegen. Hier ist der Punkt, wo die beiden Schwesterwissenschaften der klassischen und deutschen Archäologie ineinandergreifen, die sich sonst, wo es viel näher lag, im Westen des Reiches so schwer fanden, weil das Klassische oft den klaren Blick für das Germanische trübte. Viele bedeutsame Einzelergebnisse gehen nebenher: ich erwähne die überraschende Erscheinung einer ausgibigen Stein- und Knochenverwendung in der jüngeren Bronzezeit, die ansprechenden Ausführungen über die Halbsäule am griechischen Tempel u. a. m. Bei der Frage der Stammeszugehörigkeit der Bewohner des alten Buch entscheidet sich Verfasser für die Germanen. Des Verf.s Beobachtungen auf dem Gräberfeld von Breddin in der Westprignitz sind für ihn da letzten Endes entscheidend; eine ausführliche Veröffentlichung über Breddin wäre zur Nachprüfung wünschenswert. Am Schluß verspricht Verf. einen weiteren Band über die Kleinfunde von Buch, wenn das ganze Material erst einmal gründlich durchgearbeitet ist.
Vorerst aber wünsche ich das vorliegende lebendige Buch in die Hand nicht nur jedes Mitglieds unserer Brandenburgia, sondern vor allem auch jedes Lehrers, der seinen Kindern tieferes Verständnis für die Heimat und ihr vorzeitliches Leben bringen will. Das gilt auch nicht zuletzt für die höhere Schule, deren klassische Lektüre und Geschichtsunterricht an den Ergebnissen von Buch nicht mehr vorübergehen kann. Ich wünsche das Buch schließlich in die Hand jedes Heimatfreundes und jedes Menschen, der sich gern einmal liebevoll in die Vorzeit versenkt, um das Herauswachsen seiner völkischen Wesensart und Kultur zu begreifen. Weil hier gewisse starke Wurzeln der Freude und der Kraft zum eigenen Schaffen liegen, darum wird das Buch über Buch für viele auch zeitgemäß sein. Der ganzen Sammlung„ Deutsche Urzeit" rufe ich nach diesem verheißungsvollen Anfang in froher Erwartung zu: Vivant sequentes!
Kleine Mitteilungen.
Dr. Hohmann.
Wendische Wohnstätte bei Gandenitz, Kr. Templin. Am 19. Mai 1922 hatte ich Gelegenheit, bei Gandenitz eine wendische Wohnstätte aufzudecken, auf die mich der Lehrer des Ortes, Herr Keeding, aufmerksam machte, Für die Giabung hatte sich Herr Sprockhoff- Berlin zur Verfügung gestellt. Aus Templin waren anwesend die Herren Stu