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nung meines Namens und ohne Angabe meiner Begründung zu gunsten der allgemeinen Meinung" in einem Nebensatz abgelehnt wird, sondern darin, daß die wichtige klimatologische Bedeutung dieser Frage gar nicht erwähnt wird. Wenn am Eisrande ein dünenschaffendes Wüstenklima herrschte, dann kann man allerdings nicht Torflager zwischen Moränen durch unbedeutende Gletscherschwankungen erklären, und die Einheitlichkeit der Eiszeit würde einen starken Stoß erleiden. Huckes Darstellung des Quartärs läßt das Gebiet denn doch ungeklärter erscheinen, als es wirklich ist. Hoffen wir, daß eine nächste Auflage, die ich dem Buche recht bald wünschen möchte, durch tiefères Eingehen auf die Alluvialgeologie dem Leser den festen Boden, den wir doch immerhin haben, noch deutlicher zeigen möge.
Prof. F. Solger.
Dr. A. Kiekebusch:
Die Ausgrabung des bronzezeitlichen Dorfes Buch bei Berlin. Verlag Dietrich Reimer( Ernst Vohsen), Berlin 1923. 3 M.
Als erster Band der von Kiekebusch und Norden gemeinsam herausgegebenen Bücherreihe ,, Deutsche Urzeit" ist langersehnt das vorlicgende Werk erschienen. Wenn der geschmackvolle, urzeitlich verzierte Einband als erster Eindruck für eine Beurteilung entscheidend wäre, so könnte man dem neuen Unternehmen, in dem sich klassische und deutsche Archäologen recht eigentlich zum ersten Male entschlossen die Hand reichen, ein, gutes Gedeihen vorhersagen trotz aller Ungunst der Zeit. Und was das Aeußere verspricht, hält der Text, denn Buch, das schon in vielen Schulstuben und gebildeten Kreisen zum mindesten Norddeutschlands bekannte jungbronzezeitliche Dorf vor den Toren Berlins, ersteht wieder vor unseren Augen; trefflich gewählte und sauber ausgeführte Abbildungen unterstützen dabei das Wort. Neue Vorstellungen über Siedeln und Sitte im germanischen Norden um die Wende des 1. und 2. Jahrtausends v. Chr. waren seinerzeit vor rund 13 Jahren von diesem Ausgrabungsplatze ausgegangen und hatten das Kulturbild ergänzt und berichtigt, das sich bisher aus den Schmuck- und Werkzeugfunden der Gräber ergeben hatte. Jetzt erkannte man, daß die Wohnweise der Menschen jener Zeit durchaus der Höhe ihrer sonstigen Kultur entsprach, daß es nicht mehr anging, den bronzezeitlichen Menschen nach Weise der Hottentotten in kümmerlichen Wohngruben hausend zu denken. Um ganze 1000 Jahre wurde das Blickfeld der Allgemeinheit damals erweitert; viele kamen nach Buch, um selber zu sehen. Alle anderen aber erwarteten nach den vorläufigen Berichten in der Prähistorischen Zeitschrift den abschließenden Bericht. Und nun läßt der Verfasser mit großem pädagogischen Geschick die Ausgrabung mit all ihren Feinheiten und Schwierigkeiten vor unsern Blicken vorüberziehen, vom sogenannten Bucher Profil" über die Reihen der Pfostenlöcher, über den Grundriß mit seinem Herd inmitten bis zur Aufrichtung der lehmbestrichenen Wand und damit zur Rekonstruktion des ganzen Hauses. Des Hypothetischen z. B. bei der Gestaltung des Daches bleibt sich Verfasser indessen stets bewußt, aber wenn
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