Heft 
(1923) 32
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Dr. Kurt Hucke:

Geologie von Brandenburg.

Stuttgart, Enke, 1922. 350 S. 8°. Mit 1 farb. Karte u. 56 Abb. im Text Das Buch füllt eine entschiedene Lücke aus. Neben einigen Ex­cursionsführern, deren einer auch aus Huckes Feder stammt, war das einzige zusammenfassende Buch, das man auf die immer wieder auf­tauchende Frage nach geologischer Literatur für das Heimatstudium nennen konnte, Wahnschaffes Werk über das norddeutsche Flachland. Nun gibt das vorliegende Buch eine Zusammenstellung, die besonders für die älteren Formationen um so mehr als mustergültig bezeichnet werden kann, als auch die wirtschaftliche Bedeutung unserer Boden­schätze und die Geschichte ihrer Ausbeutung berücksichtigt sind. Ge­schickt hat der Verfasser es verstanden, die räumlich ja sehr verein­zelten Vorkommen älterer Schichten unter Heranziehung der Formati­onsentwicklung in benachbarten Gebieten in einen klaren Zusammen­hang zu setzen, und es scheint mir auch ein glücklicher Gedanke, daß bei dieser Gelegenheit die Geschiebe zur Ergänzung des Bildes mit herangezogen werden. Dabei ist Knappheit und Ausführlichkeit in ein wohltuendes Ebenmaß gebracht, das das Buch ebenso geeignet zum Nachschlagen macht wie zum zusammenhängenden Lesen.

Die schwierigste Aufgabe bot sich dem Verfasser beim Quartär, Als Anhänger der Lehre dem ein Drittel des Buches gewidmet ist. von der Einheitlichkeit der Eiszeit gibt er natürlich ein wesentlich an­deres Bild als Wahnschaffe, läßt aber die Polyglacialisten daneben durchaus zu Worte kommen. Aus dem so entstehenden Bilde wird sich freilich der nicht fachmännische Leser schwer herausfinden. Erfreulich ist, daß dadurch auf die Strittigkeit so mancher grundlegender Fragen der Diluvialgeologie hingewiesen und vor allem betont wird, wie viel verwickelter als in den älteren Formationen hier die stratigraphische Frage liegt. Aber daraus hätte sich m. E. die Notwendigkeit ergeben, andere Wege zur Klärung zu zeigen, und hier vermisse ich manches. Sehr Als Beispiel wähle ich die Frage der Urstromtäler( S. 275 ff). dankenswert ist die Betonung der Bedenken gegen die Berendt- Keil­Wenn der Verfasser dann aber alle Schlüsse aus hacksche Theorie. den angeblich oder wirklich vorhandenen Terrassen ablehnt, weil seit­her Hebungen und Senkungen stattgefunden hätten, so kommen wir Vielmehr folgt daraus, daß wir zu­auf diesem Wege nicht vorwärts. erst die Vorgänge nach Schluß der Eiszeit gründlich verfolgen müssen, um feststellen zu können, welche Veränderungen jene Terrassen seitdem erlitten haben. Diesen Schluß zieht der Verfasser nicht, tut vielmehr das ganze Alluvium auf 38 Seiten ab, von denen noch 16 gewerblichen Fragen gewidmet sind. Diese stiefmütterliche Behandlung der gerade durch Huckes eigene Auffassung für die ganze märkische Diluvialfor­schung entscheidend werdenden Fragen ist zu bedauern. Ein Ausblick auf unsere Küstengebiete, den Hucke sonst nicht scheut, hätte hier die außerordentliche Stabilität unserer Höhenverhältnisse seit der Litorina­Wenn ich mich auch gegen die Behand­senkung erkennen lassen. lungsweise der Binnenlandsdünenfrage wenden möchte, so bitte ich den Grund nicht darin zu suchen, daß meine Ostwindtheorie ohne Nen­