Heft 
(1923) 32
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dienrat Dr. Hucke, Kreisschulrat Steuer, Pastor Müller, Studienrat We­An den Rändern der Sandgrube östlich ber und Gymnasiast Kühn. vom Dorfe, unmittelbar am verlandeten Bergsee zeigten sich allenthal­Um einen Grundriß aufzu­ben Spuren einer wendischen Siedlung. decken, gingen wir von einer noch gut erkennbaren Herdstelle aus. Mit Hilfe von Versuchsgräben wurden die in der Umgebung vermuteten Pfo­sten gesucht. Es gelang denn auch, den ganzen Grundriß aufzufinden. Die einzelnen Pfostenlöcher hoben sich fast ausnahmslos scharf von dem weißen Sande ab. Beim Pfosten III war allerdings nur noch eine Bei VI war die Stelle, an welcher der schwache Spur vorhanden. Pfosten gestanden hatte, deutlich zu sehn, während die Umrisse des Ob Pfostenloches nur teilweise und schwach zu erkennen waren. zwischen V und VI noch ein Pfostenloch vorhanden gewesen ist, ließ sich nicht feststellen, weil ein großer Teil des Raumes durch früheres Bei V. XI und XII war die Tiefe Umgraben gestört worden ist. Ob der dunkle Streifen bei VII zwischen VI schwer zu bestimmen. und, VIII irgend etwas mit dem Eingang zu tun hat, läßt sich nicht Der Herd enthielt in einer Tiefe von 20-30 cm Ge­genau sagen. treidekörner, die sich bei der Bestimmung durch Prof. Lindau als be­sonders bedeutsamer Fund erwiesen.

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Die ganze Fundstätte ist durch zahlreiche Gefäßreste hinreichend als der späteren Wendenzeit angehörig gekennzeichnet. Bemerkens­wert ist, daß hier wie auf dem Rohrwall bei Schmöckwitz, bei Küstrin, und bei Hasenfelde zweifelsfrei wendischer Pfostenbau nachgewiesen ist. Der Plan des Grundrisses ist von Herrn Dr. Hucke an der Fund­Auf demselben Fundplatze, gar nicht weit stelle gezeichnet worden. von dem Grundriß, stießen wir auf eine tiefschwarze Stelle, die sich als eine großenteils mit Erbsen angefüllte Holzkiste erwies. Herr Sprock­hoff war so freundlich, diese Stelle einer genauen Untersuchung zu un­terziehen. Sein Bericht lautet: Bei fortschreitendem Abschürfen des Sandes zeigte sich das Bild eines Rechtecks, gebildet aus verkohltem Holz. Die Ausmessung ergab, daß die Winkel nicht genau rechte wa­Die schwar­ren; doch war das mit bloßem Auge nicht zu erkennen. zen Striche erwiesen sich als die Aufsicht senkrecht in die Erde hin­abgehender verkohlter Bretter, die demnach eine Kiste gebildet haben. Eine Bedeckung ließ sich nicht müssen. Eine Ecke war zerstört. feststellen, ein Boden war anscheinend nicht vorhanden; denn Spuren fanden sich nicht. Die Faserung des Holzes ging jedesmal horizontal. Die Kiste enthielt in großer Menge verkohite Erbsen und Getreide­körner, jetzt vermischt mit der schwarzgrauen Erde. Die geröstete Ware befand sich zum überwiegend größten Teil an der Schmalseite, In der ausgehobenen Erde stellte deren eines Ende zerstört war." Prof. Lindau auch noch Leinfasern fest.

Das Ergebnis der Untersuchung durch Prof. Lindau möchte ich wörtlich mitteilen, handelt es sich doch um eine der letzten, wenn nicht die letzte Arbeit des Verfassers:

17. Juni 1922: Die Samen und Hölzer habe ich untersucht und finde dabei so interessante Dinge, daß ich sie Ihnen mitteilen muß.

1. Pisum sativum in Mengen. Jedenfalls sind die Samen trocken