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verbraucht; denn die Körner sind fast sämtlich mit Buckeln versehen. Die Verbrennung hat also im Sommer( etwa im August) stattgefunden.
2. Linum usitatissimum Lein. Hier sind farblose Stücke darunter, die mit farblosen Zellzügen umgeben sind.
3. Eiche und Kiefer. Die Stücke sind groß und zeigen aufs deutlichste die Struktur des Holzes.
4. Etwas ganz besonderes: Triticum dicoccum. Bisher ist das Getreide in Brandenburg nicht gefunden worden; der nächste Standort ist das Diebesloch am Kyffhäuser. Schade, daß Sie so wenig davon hatAber die Furche des Samens ist so deutlich, daß an der Bestimmung kein Zweifel bleibt. Das ist ein schöner Fund!"
Dr. A Kiekebusch.
Der alte Grabstein zu Wolfshagen in der Uckermark. In dem kürzlich( 1921) ausgegebenen Band der Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg, der den Kreis Prenzlau behandelt, heißt es bei der Beschreibung der 1857( 1858 Kd.) neu erbauten Kirche von Wolfshagen ( S. 373): in der Vorhalle befindet sich ein in die Wand eingelasséner schmaler Grabstein, um dessen Rand sich in zwei Reihen eine Minuskelinschrift zieht. Ob die mittlere Fläche verziert war, erscheint zweifelhaft. Vier kleine Kreise in den Ecken scheinen die Evangelistenzeichen enthalten zu haben. Aus der schwer leserlichen Inschrift scheint hervorzugehen, daß es sich um zwei weibliche Personen, beide mit Namen Mechtildis und zwar um die Tochter( † 1332 oder 1335) und die Witwe( 1362) Heinrichs des Aelteren von Blankenburg handelt". Diese Angaben lassen weder das Sichere noch das Unsichere bestimmt genug hervortreten und verwechseln zudem die beiden in der Inschrift genannten Personen miteinander. Da es sich nach meiner Kenntnis um den einzigen mittelalterlichen Rest in der Kirche auch die Kd. erwähnen keinen andern und neben der Burgruine im Schloßpark um den einzigen mittelalterlichen Rest im Orte überhaupt handelt und der Zustand des sehr schlecht erhaltenen Steines mit der Zeit nicht besser werden dürfte, möchte ich hier mitteilen, was ich am 15. August 1905 und bei einer nochmaligen Nachprüfung am 20. August desselben Jahres von der Inschrift gelesen habe. Damals befand sich, wie als Kuriosum angemerkt sei, daneben unter Glas und Rahmen als angeblicher Inhalt eine gefühlvolle Geschichte von einem 1008 Priester Menakertes offenbar das Werk eines phantasievollen Spaßvogels.
Der Stein, 21/2 mal so lang als breit, ist stark abgetreten und in zwei Stücke zersprungen. Ob etwas im Mittelfeld dargestellt war, ist nicht zu sagen; auch die Darstellungen in den 4 runden Eckfeldern sind nicht mehr sicher zu erkennen. Der Stein ist jetzt im Vorraum der Kirche an der Wand rechts verkehrt, das untere Ende nach oben, eingemauert. Die Inschrift beginnt also rechts unten. Sie lautet: ( Aeußere Reihe) ,, anno dni m. ccc| XXX.. ¹) i octa. petri et pauli aplor. o. mechtild... r2) hinrici.... en | anno dni.. ccc.
LXII. 3) ipso die.. an..... ... antiani) obiit.|
1) V oder vielleicht X, also 1335 oder 1840.
"
3) Die Reste der voraufgehenden Buchstaben legen die Lesung„ vxor" sehr nahe. ³) Also 1362.
4) Offenbar cantiani." Davor könnte etwa, cantii et" gestanden haben.