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und seiner Neigung, fremde Länder zu besuchen, zu genügen, als Sechszehnjähriger in den Dienst der Niederländisch- Ostindischen Kompagnie. In rascher Folge emporsteigend bringt er es zum Flottenbefehlshaber und Oberkaufmann im Malayenarchipel, später sogar zum Gouverneur von Amboina. Diese einflußreiche Stellung gibt dem energischen Manne Gelegenheit, die Kolonialmacht der Generalstaaten zu hoher Entfaltung zu bringen. Sein Wirken daselbst ist mannigfachen Anfeindungen ausgesetzt wegen angeblicher Grausamkeiten Indessen dürfen wir bei deren gegen die eingeborene Bevölkerung. Beurteilung den Charakter der Zeit, die wenig sentimentale Justizpflege jener Tage und die Ausstreuungen seiner Gegner nicht außer Acht lassen.
Von dieser Tätigkeit war bisher wenig bekannt; der verdiente holländische Gelehrte Herr J. F. L. de Balbian Verster hat sich um die Aufhellung der Lücken in dem Lebensgang Gijsels großes Verdienst erworben, und seiner Forschertätigkeit verdanke ich einige recht belangreiche Ergänzungen zu meinen Quellen. 1618 ist Gijsels Oberkaufmann und Befehlshaber zu Amboina. 1620 geht er nach der Heimat zurück, wie es heißt schon als Befehlshaber einer„ Retourflotte", und nimmt vier Söhne eingeborener Häuptlinge( Orang Kaja) mit, damit sie Holland und europäische Kultur kennen lernen. Nachdem er 1621-1629 die Verwaltungsgeschäfte der Kompagnie geleitet, ohne indes die gewünschte Anerkennung für sein Wirken zu finden, zieht er sich verstimmt auf seine Güter zurück, geht aber 1631 wieder nach Insulinde, und bringt drei der Häuptlingssöhne( der vierte war unterwegs gestorben) zurück. In seiner Begleitung befanden sich auch seine Gattin und zwei unverheiratete Schwestern von ihm, die ersten holländischen Frauen, die die Mühen und Entbehrungen der langen Seereise auf sich nahmen; denn die früheren Gouverneure waren nicht verheiratet. Ebenso brachte er zwei Pfarrer von Batavia nach Amboina hinüber, wo er sich nun niederließ. Gijsels besaß in den Jahren 1631 1635 die Würde eines„ Außerordentlichen Rates von Indien“ und machte sich in dieser Stellung um die Ausbreitung der kolonialen Macht seiner Kompagnie und um die Durchführung des Monopols. derselben sehr verdient. Doch fehlte es ihm nicht an Reibereien und Anfeindungen, während die allgemeine Meinung dahin ging, daß er stets das Beste erstrebt und gewollt. Dafür ward ihm der Rang eines Wahr„ Ordentlichen Rates von Indien" in den Jahren 1635-1637. scheinlich schon in den ersten Tagen des Januar 1638 führte er als ,, Befehlshaber der jährlichen Retourflotte" letztere nach Holland, nunmehr wieder unter dem Titel des Außerordentlichen Rates von Indien. Die Flotte bestand aus den Schiffen„ Wezel"( Wesel),„ Nassau", ,, Amsterdam",„ Middelburg“,„ Hof van Holland“ und„ Hollandia". Der Gesamtwert ihrer Ladung betrug 1670070 Gulden. Wie sehr man in der Heimat Gijsels Verdienste zu würdigen wußte, geht daraus hervor, daß man ihm die Oberleitung des Seezuges nach Portugal anvertraute, der im Jahre 1641 von den Generalstaaten zur Unterstützung der von Spanien abgefallenen Portugiesen unternommen ward. Bemerkenswert ist hier, daß unter ihm der große de Ruyter als Schout by Nacht ( Konteradmiral) tätig gewesen ist. Gijsels rechtfertigt das in ihn gesetzte Vertrauen; in einem Seegefecht vor St. Vincent bewährt er sich gegenüber spanischer Uebermacht, leider von der portugiesischen Seemacht im Stich gelassen. Ungeachtet seiner Verdienste bleibt ihm