Heft 
(1924) 33
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2. Botanische Abteilung

In der botanischen Abteilung wurde großer Wert darauf gelegt, stets die jeweils im Freien wildwachsenden und blühenden Pflanzen zur Anschauung zu bringen, ein Bestreben das vom Märkischen Museum ausging und überall derartigen Anklang gefunden hat, daß es in vielen Museen nachgeahmt wurde.

Eine dauernde Ueberwachung erfordern die ausgestellten Pflanzen­bilder, welche Pflanzengemeinschaften wie z. B. Wiese, Getreidefeld usw. zeigen. Sie sind wiederholt völlig erneuert worden, eine Arbeit, die natürlich nur dann ausgeführt werden kann, wenn regelmäßig frische Pflanzen dafür gesammelt und präpariert werden.

Damit Hand in Hand gingen Arbeiten für das Herbarium, also die Studiensammlung dieser Abteilung, die jetzt wohl die meisten in der Mark wildwachsenden Pflanzen enthält.

In der botanischen Abteilung wurde ferner nach Friedensschluß gerade in der schwierigen Nachkriegszeit durch besondere Ausstellungen auf unsere wildwachsenden Nährpflanzen hingewiesen. So wurden Aus­stellungen von Wildgemüsen, besonders aber Pilzausstellungen ver­anstaltet. Damit war eine Pilzberatungsstelle für Pilzsammler verbunden. Diese Pilzausstellungen erfreuten sich ganz besonderen Interesses und regen Besuches. Als Folge der dort gegebenen Anregungen erschienen eine Anzahl wertvoller Speisepilze neu auf dem Berliner Markt, deren Eẞbarkeit vorher hier unbekannt war. Auch die Pilzberatungsstelle er­freute sich starken Besuches ebenso wie die damit verbundenen be­lehrenden Vorträge über Pilzkunde und Zubereitung der Speisepilze. Leider fielen diese Veranstaltungen der Inflationszeit zum Opfer und konnten noch nicht wieder aufgenommen werden, sodaẞ Berlin eine der wenigen Städte ist, die auch heute noch nicht wieder diese segens­reichen Einrichtungen besitzt.

3. Geologisch- paläontologische Abteilung.

In der geologisch- paläontologischen Sammlung war eine Menge Material aufgehäuft, das noch niemals irgendwie gesichtet war, ja, viel­fach, seit dem Einzug der Sammlungen in das jetzige Gebäude noch nicht ausgepackt war. Hier galt es zunächst einmal einen Ueber­blick über das vorhandene Material zu gewinnen. Begonnen wurde dabei mit den fossilen Knochen. Um diese bestimmen zu können wurde mit der An­lage einer bis dahin noch ganz fehlenden osteologischen Vergleichs­sammlung der Anfang gemacht. Von den Knochen, deren Bestimmung jetzt beendet ist, wurde ein Zettelkatalog angelegt. Nachdem so eine Uebersicht über den Bestand gewonnen war, konnte eine Scheidung vorgenommen werden. Die Mehrzahl der Knochen blieb in der Studien­und Materialsammlung. Die wichtigsten und interessantesten Stücke wurden für die Schausammlung ausgewählt. Um diese ausgestellten Knochen dem Publikum näher zu bringen, wurde damit begonnen von einigen der häufigsten ausgestorbenen Säugetierarten, denen sie an­gehören, Rekonstruktionen anzufertigen. So entstanden die Rekonstruk­tionen des Mammut und des eiszeitlichen Nashorns, welche so großen An­klang fanden, daß zahlreiche andere Museen Abgüsse dieser Rekon­struktionen erwerben.

Daneben wurde natürlich eifrig auf Exkursionen gesammelt, so daß manches wertvolle Stück und Unica in das Museum kamen, wie ganze

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