Heft 
(1924) 33
Seite
39
Einzelbild herunterladen

1

t

e

B

39

Mammutunterkiefer, das Schienbein eines diluvialen Löwen, ein Wirbel eines Moschusochsen, die Elle eines Vielfraßes, Schädelteile eines Riesen­hirsches u. a. m., natürlich alles aus der Mark, manches wie der Riesenhirsch und der gewaltige Stoßzahn eines Mammuts aus Groß­Berlin selbst.

Um die Schausammlung der Geschiebe, die ebenfalls einer gründ­lichen Erneuerung bedarf, auf einen den modernen Anforderungen entsprechenden Stand zu bringen, ist eine Durcharbeitung und Be­stimmung des vorhandenen Materials in ähnlicher Weise nötig wie das mit dem Knochenmaterial geschehen ist. Deshalb ist diese Arbeit jetzt in Angriff genommen worden.

Die Schausammlung der anstehenden Gesteine ist schon völlig erneuert worden.

Verschiedene neugezeichnete Karten geben über die geologischen und geographischen Verhältnisse der Provinz, besonders auch die Lage Berlins, Aufschluß. Als Grundlage für weitere derartige Karten wurde eine Höhenschichtenkarte der Mark Brandenburg im Verhältnis 1: 200000 entworfen, die zwar nicht ausgestellt ist, aber jedem Interessenten für Studienzwecke zur Verfügung steht. Es ist die einzige derartige Karte der Mark, die bis jetzt besteht.

Völlig neu ist eine Vitrine, welche die vorgeschichtlichen Haus­tierrassen aus der Mark zur Anschauung bringt. Es wird hier zum ersten Mal gezeigt, welche Haustierrassen in der Mark seit uralter Zeit heimisch sind und wie ihr Wechsel z. T. mit dem Wechsel der Be­völkerung in Verbindung steht.

Selbverständlich unterblieben die von einem jeden ernst zunehmen­den Museum mit Recht geforderten wissenschaftlichen Veröffentlichungen nicht. In zahlreichen Aufsätzen hat der Direktor über das Material seiner Sammlung berichtet. Dieser Tätigkeit blieb die Anerkennung insofern nicht versagt, als verschiedene Herren im Laufe der Jahre unter seiner Leitung Arbeiten über das Material des Museums an­fertigten, die von Berliner Hochschulen als Doktordissertationen anerkannt wurden. Hierdurch wurde zweierlei erreicht. Einmal wurde kostenlos wertvolle Mitarbeit gewonnen, dann wurden durch die Ver­öffentlichung dieser Dissertationen immer weitere Kreise auf das Museum aufmerksam. So wurde dann auch im Jahre 1922 dem Direktor seitens der preußischen Akademie die Bearbeitung einer Aus­beute an Haustierresten übertragen, die bei Grabungen in Lossow bei Frankfurt a. O. zu Tage gefördert worden waren. Es handelt sich da­bei um die ersten bisher bekannten Haustiere aus der Zeit der Lau­sitzer Kultur. Als Folge dieser Bearbeitung wurden dann diese einzig dastehenden Reste kostenlos dem Märkischen Museum überwiesen, in dessen Sammlungen sie heute eine besonders wertvolle Zierde bilden. Ferner suchte der Direktor das Interesse und Verständnis für das Museum in weitere Kreise durch Vorträge über das Museumsmaterial Außer zahl­und Führungen durch seine Abteilung zu erwecken. reichen anderen Vereinen und Gesellschaften seien hier erwähnt die Vorträge an der Diesterweghochschule der Stadt Berlin im Winter 1922/23, die Lehrerführungen, Vorträge an der Volkshochschule und die jährlichen regelmäßigen Führungen für die vom Jugendamt der Stadt Berlin ausgebildeten Wandererführer in deren Kursen u. a. m.

e