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Schneiders von Schmergow lassen Bruchstücke von mindestens drei verschiedenen Trichterrandbechern erkennen, einer davon mit der Strichzone am Rande, wie sie der von Kossinna sogenannten Ostgruppe der Form eigentümlich ist. Wir ersehen hieraus die Wichtigkeit steinzeitlicher Siedlungsforschung, und zweifellos wird in der Mark sonst noch ähnliche Ware gefunden werden und das Gesamtkulturbild und seine Beziehungen nach den verschiedenen Himmelsrichtungen klarer heraustreten lassen. Wenn z. B. die Trichterrandschale von Satzkorn mit ihren Strichzonengruppen am Rand und mit ihrer Doppelverzierung innen und außen nach Osten und Südosten weist, so mag vielleicht an dieser Stelle ein Scherben von Falkenrehde( Kr. Osthavelland) Erwähnung finden, auf den mich Herr Dr. Sprockhoff hinweist. Er stammt von einem Trichterrandgefäß aus der Sammlung Schmidt, Ketzin und ist innen und außen mit der gleichen Strichzone und einem einfachen Winkelband verziert; das Muster ist mit einem schmalen, meißelförmigen Gerät eingedrückt worden. Zwei weitere Waltersdorfer Bruchstücke stammen von unverzierten Trichterrandbechern und würden somit auf die Südgruppe Kossinnas weisen, während die übrigen Stücke Hinsichtlich der Form ist hervorsich der Nordgruppe anschließen. zuheben, daß der Rand bisweilen nicht genau gradlinig, sondern in leichter Schwingung verläuft; es liegt eine jüngere Entwicklungsstufe der alten, strengen Form vor.
Eine weitere Gruppe von Scherben deutet auf mäßig bauchige Vasen mit steilem, zylindrischem Hals. Der Rand ist mit zwei Linien umsäumt, die entweder aus ineinandergestellten Winkelstichen bestehen oder aus nebeneinander gesetzten dreieckigen Kerbstichen oder aus flach eingedrückten Rillen, mit kommaartigen, kräftigen senkrechten Einschnitten durchzogen. Den übrigen Hals schmückt ein einfaches oder doppeltes Flechtband. In letzterem Falle( Abb. 10) ist das Muster unsorgfältig in flachem Schnitt oder Riß gezogen worden, und beide Bänder sind aneinander geschoben und verbunden. In einer saubereren Ausführung liegt das eine Rautenflechtband unmittelbar unter den Randlinien, das andere sitzt oberhalb des Schulteransatzes und leitet mit schräg gestellten Schnittlinien zum Ansatz selbst hin( Abb. 11). Das erste Muster stellt zweifellos eine Entartung des zweiten dar. An einem Stück erscheint das Flechtband mit liegenden Rauten und ist statt aus seichten Rillen in Furchenstich ausgeführt. Die Gefäßform erscheint auch unverziert, z. T. mit scharfem Schulterabsatz, z. T. mit fließendem Übergang. Der Hals ist zumeist hoch, seltener niedrig. Eine leichte Auslegung des Halses an einzelnen Bruchstücken deutet eine formelle Verwandtschaft mit den Trichterrandgefäßen an, am ehesten sind aber wohl die sogenannten weitmundigen Töpfe zum Vergleich heranzuziehen.
Bei einem Scherben21), der ein Stück des Halses und der Schulter zeigt, ist der Hals unten durch eine einfache Winkellinie im Furchenstich und durch zwei Kerbschnittlinien scharf abgeschlossen, zur Schulter herunter läuft ein Leiterband, ein Motiv, das in zweifacher Ausführung auf verschiedenen Waltersdorfer Scherben vorkommt. Die Verzierung besteht aus zwei oder drei schmalen und flachen Längsrillen, in die dann energische breite Sprossenschnitte gesetzt sind( Abb. 15) 22). Seltener
21) Konnte leider nicht abgebildet werden.
22) Seger a. a. O. Abb. 150 u. 153.