Heft 
(1924) 33
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Kahnsdorf und Freesdorf( Kr. Luckau) und von Hoppenrade( Kr. Ost­havelland) vorliegen 13) und weiterhin in Schlesien an bauchigen Krügen von Nosswitz( Kr. Glogau) 14) erscheinen, hier vergesellschaftet mit Furchen- und Einsattelungshenkeln 15), Randlöchern und anderen Eigentümlichkeiten der Waltersdorfer Keramik. Aus der Provinz Sachsen wird von Voß ein Fund vom Brucksberg bei Königsaue( Kr. Aschers­leben) zum Vergleich herangezogen, und mit Recht mag daher Seger eine Beziehung zum südlichen bandkeramischen Kreis annehmen.16) Die späteren Mondhenkelkrüge im Gebiet südlich und östlich von Schlesien leitet Seger17) von diesen Krügen mit hornähnlichen Henkel­ösen ab.

Die feineren Scherben von Waltersdorf entstammen Gefäßen, die z. T. aus vorzüglich geschlemmtem Ton hergestellt sind; es kommen Reste von wenig gebrannten gelben bezw. rötlich braunen Gefäßen vor, andere Stücke dagegen sind besser gebrannt, so daß sie klingen. Sie sind schwarzgrau bis schwarz gefärbt und erinnern im Bruch etwas an die harte blaugraue Ware des frühen Mittelalters. Die bestgebrannten Stücke stammen zumeist von Trichterrandbechern und weitmundigen Trichterrandschalen und stellen somit einen Typus dar, der in der Mark immerhin etwas Besonderes bedeutet. In der bekannten Über­sicht Kossinnas 18) über die Trichterrandbecher erscheinen nur zwei brandenburgische Fundorte Neuenfeld( Kr. Prenzlau) und Satzkorn( Kr. Osthavelland), und die von hier geborgenen drei Gefäße zeigen immer­hin einen etwas anderen Typus, wie wir nachher sehen werden. Auf­fallend ist die Häufigkeit des Trichterrandes in der Waltersdorfer Keramik; von nicht weniger als sieben verschiedenen Gefäßen 19) liegen unverkennbare Randbruchstücke vor, die bis auf zwei eine geschmack­volle Verzierung des Innenrandes tragen. Zumeist besteht diese aus einer Verbindung von Furchenstichlinien mit einem Zickzackband, das entweder aus zwei oder drei in Furchenstich oder Schnitt hergestellten Winkellinien zusammengesetzt ist.( Abb. 7 u. 8). Statt der oberen Furchenstichlinien unmittelbar unter dem Rande findet sich ein Doppel­linienband in Tiefstichmanier und ein Flecht- oder Rautenband, in Schnittechnik mehr oder weniger eigen ausgeführt 20).( Abb. 9). Ein kleiner schwärzlicher Scherben trägt am Rande zwei dieser schmalen Flecht- oder Doppelrautenbänder und darunter ein zierliches dreifaches Wickelband in Furchenstich ähnlich einem Scherben von Wilhelmsau in der Sammlung Wilke und einem Randstück von Schmergow( Kr. Osthavelland), das von M. Schneider geborgen ist. Beide Stücke ge­hörten zweifellos zu Trichterrandbechern mit Innenrandverzierung und zeigen, daß diese Form in märkischen Steinzeitsiedlungen häufiger vorkommt, bisher nur nicht genügend beachtet ist. Die Photographien

18) Brunner a. a. O. S. 22 u. Abb. 70. Verhandlungen 91,( 71) f. 14) Seger a. a. O., Abb. 132 u. 158.

15) Seger a. a. O., Abb. 132 u. 137.

16) Beispiele aus dem bandkeramischen Kreis, z. B. Präh. Zeitschr V, Taf. 21

u. Abb. 31, Gefäße von Eberstadt und Friedberg in Hessen.

17) a. a. O. S. 39.

18) Mannus XIII, 13 ff.

19) Einige weitere Randstücke lassen gleichfalls die Form des Trichter­randbechers oder der Trichterrandschale vermuten, doch will ich es nicht als sicher hinstellen.

20) Aehnlich auf Scherben von Flieth bei Schumann a. a. O.

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