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Seitenflächen. Länge 21,2 cm, Schneide 4 cm breit, Nacken 3,5 cm breit. Auffällig ist, daß besonders die eine Breitseite gut geglättet ist. Vielleicht sind das Benutzungs-( Schleif-) spuren und wir könnten dann auf Auf Ackerbau ein Ackergerät( Hacke oder Pflugschar) schließen. deutet ja auch der Reibstein( Fig. 8) hin. Er ist gleichfalls aus rotem Granit gearbeitet, von doppelkonischer Gestalt und zeigt 3 ebene Reibflächen. Höhe 5 cm, Durchmesser 7,5 cm.
Schwierigkeiten bereitet nun das letzte beim Funde befindliche Gerät: das Feuerstein beilchen( Fig. 6). Es besteht aus grauschwärzlichem Silex und ist ziemlich roh gearbeitet. Nur die Schneide Die Kanten und der Nacken ist angeschliffen, und zwar sehr scharf. dagegen zeigen die groben Absplisse der ersten Bearbeitung. Länge 7,4 cm, Schneide 4,8 cm breit, Querschnitt spitzoval. Solche Beile mit spitzovalem Querschnitt sind ja im allgemeinen älter, wenn sie auch sehr spät( in der Schnurkeramik des Odergebietes) noch einmal auftauchen. Immerhin ist es sehr zweifelhaft, ob dieses Stück zum Warsower Funde gehört. Beim ersten Fundberichte ist es nicht erwähnt, wenn damit nicht etwa das„ Messer" gemeint ist und das scheint mir bei einem Manne wie Georg Hinze doch nicht glaublich. Dieses Stück wird also durch irgend einen Zufall oder Irrtum erst zu dem Funde geraten sein. Vielleicht stammt es vom gleichen Orte, aber nicht aus demselben Grabe.
Ganz ähnlich muß es nun mit den letzten Stücken sein, den Auch diese sind im ersten Knöchelchen und Scherben. Fundberichte( Schulchronik) genannt. Aus ihnen vermag ich auch nichts herauszulesen, was zur Grabung in irgend einem Zusammenhange stehen könnte. Die Scherben sind sämtlich unverziert und bestehen aus grobem, steinigen Material. Ich habe solche Stücke, ebenso wie Lehrer Fehts, zu Dutzenden am Ostabhange aufgelesen. Sie scheinen mir zu einer ausgedehnten Siedlung zu gehören. Die Feuersteinsplitter endlich sind durchweg so roh in Form und Schlagflächen, daß ich aus keinem einzigen den Schluß ziehen würde, sie als menschliche Werkzeuge anzuerkennen. Sie weisen nirgends Retouche auf, sind wegen ihrer scharfen Kanten wohl als Schaber und Messer zu verwenden, aber müssen nicht gebraucht sein.
Ueberblicken wir nun den Fund noch einmal im Ganzen, so können wir feststellen: In Warsow lag ein Grab der Kugelflaschenleute, die Kossinna zu den„ Nordindogermanen" rechnet. Eine dazugehörige Siedlung ist nicht bekannt, es ist ein Einzelgrab. Die Gefäße sind Gebrauchsgefäße( Abnutzungsspuren) und die Werkzeuge deuten auf ein seẞhaftes Volk.
Zum Schluß möchte ich noch ein paar Worte über die nahegelegene Siedlung sprechen. Ich wies schon bei der Behandlung der geologischen Verhältnisse darauf, daß das Ländchen Friesack besonders an seinem Ostrande ausgezeichnete Siedlungsmöglichkeiten bot. Die Scherbenfunde geben mir ja auch recht. Unter der Unmenge von Scherben, meist unverziert, befinden sich nun eine Reihe von bronzezeitlichen. Auch ein Lehmbewurfstück habe ich im Besitze. Sonst habe ich Feststellungen einer Kulturschicht oder von Pfostenlöchern nicht machen können, da ich nur die Oberfläche abgesucht habe( am Jedenfalls aber wird es sich Grubenabbruch und in Stubbenlöchern).
lohnen, die Gegend etwas im Auge zu behalten.