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Spuren von Inkrustation habe ich nicht entdecken können. Wichtig erscheint mir noch ein Umstand. Der Hals ist am oberen Rande stark abgenützt, so daß schon die erste Dreiecksreihe stark angegriffen ist. Das scheint mir doch dafür zu sprechen, daß wir es hier nicht mit einem typischen Grabgefäß zu tun haben, sondern daß die Amphore schon ihrem Herrn zu seinen Lebzeiten lange gedient hat. Am Henkel sind aber keine Spuren einer scheuernden Schnur zu sehen.
Die andere Amphore( Fig. 2) ist ebenfalls eine echte Kugelflasche. Auch hier ist der Hals leicht konisch, der Schulterknick wenig scharf, der Bauch kugelig mit schwacher Abplattung. Beide Oesenhenkel sind erhalten. Der Ton ist weniger gut geschlämmt, enthält auch steinige Beimengungen, die Färbung wieder bräunlich rostfarben. Die Glättung innen und außen ist gut durchgeführt. Die Verzierung ist hier durchaus anders. Die Halsmündung umrahmt ebenso wie die Schulter ein Kranz von Tupfenstichen, ausgeführt mit einem stumpfen Werkzeug schräg von unten herauf. Daran schließen sich am Hals 6-7 Reihen von Rauten aus je 4 gleichen Tupfenstichen, wenig sorgfältig gemacht. Die ersten 4 Reihen sind wiederum regelmäßig verlaufend, die unteren mehr Füllung der freien Fläche. Von dem Schulterkranz herab hängen auf den Bauch 6 Gruppen Fransen von je 13-18 Stück. Jede Franse hat als Abschluß einen Tupfenstich( Knoten der Franse). Die Fransen sind mit Furchenstich hergestellt und zwar mit dem gleichen stumpfen Werkzeuge. Als besondere charakteristische Verzierung hat diese Kugelflasche dann noch unter jedem Henkel ein Dreick ans Punktstichen. Höhe 19,2 cm, Randdurchmesser 8,4 cm, Gewicht 663 g. Abnutzungsspuren sind nirgends erkennbar.
Am rohesten gearbeitet ist das große Beigefäß( Fig. 3). Es ist jener weitmundige Topf, der häufig mit Kugelamphoren vereint gefunden wird und unbedingt in diesen Kulturkreis gehört. Die Tonmasse ist reichlich grobsteinig, die Wandstärke unregelmäßig zwischen 7 und 10 mm schwankend und das Gefäß schlecht gebrannt. Von den 4 flachen Oesenhenkeln sind 3 abgebrochen. An den Bruchstellen erkennt man, daß die Henkel aufgesetzt waren und dann das ganze Gefäß mit feingeschlämmtem Ton überzogen wurde, vielleicht durch Eintauchen in die Masse. Die einzige Verzierung sind 3 Reihen grober, langer Einstiche mit einem spitzen Hölzchen oder Knochen. ( Das Werkzeug war auf einer Seite scharfkantig, auf der anderen halbrund.) Höhe 21 cm, Randdurchm. 15 cm, Bodendurchm. 12 cm.
Schliff der
Von den übrigen Beigaben fallen durch ihre saubere Ausarbeitung zunächst die beiden Feuersteinmeißel( Fig. 4 u. 5) auf. Der längere von beiden ist ein Prachtstück an Steinschliff und Schärfe der Schneide. Es ist fast gar kein Abspliß mehr zu sehen. Der Feuerstein ist von rotbrauner Farbe. Länge 13 cm, Schneide 1,1 cm breit, Breite der Seitenflächen: 1,7 und 1,3 cm. Der kleinere besteht aus grauem Silex und ist verhältnismäßig stark abgenutzt. Seitenflächen und Schneide ist sehr gut gewesen, jetzt aber sowohl Schneide wie Nacken leicht ausgebrochen. Länge 7,5 cm, Breite der Schneide 1,5 cm, Breite der Seitenflächen 1,6 u. 1,3 cm. Beide Meißel gehören zum Typus der dicknackigen Feuersteingeräte, die ja sehr häufig mit Kugelflaschen zusammen auftreten. Das Felsgesteinbeil( Fig. 7) besteht aus Granit von ziemlich feiner Körnung und ist ebenfalls gut gearbeitet. Es ist vierkantig mit leicht abgerundeten